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“Ja” ist aller Anfang!

“Wer will findet Wege, wer nicht will findet Gründe”

Als letztes, vornangestellt:

Ein Tag vor Heiligabend! Morgens, Elf Uhr! Ich liege noch im Bett, am offenen Fenster, trinke Tee und rauche eine Zigarette. Wie sehr ich das genieße, mit schönen Gedanken an die Liebste, mit dem weiterkreieren meines Lebens.
Eine leichte Unruhe habe ich gerade gespürt, lasse sie einfach durchziehen. Was für eine Unruhe? Alle um mich herum sind irgendwie in Vorbereitung. Die to do Listen sind noch lange nicht abgearbeitet, letzte Einkäufe, Ordnung machen, backen, Baum aufstellen, kochen, dies das jenes. Rein in den Trubel.
Ich mache garnichts!
Ich erinnere einen Druck, der sich unaufhaltsam steigert, der an den Tagen vor Weihnachten kein Ende erkennt.
In den letzten Jahren war es ein Wettlauf zur Krippe. Im Laden brach an den letzten Tagen vor dem Fest regelmäßig der Wahnsinn aus….das Buch ist nicht mehr rechtzeitig da, sie haben mein Weihnachtsfest zerstört! Mein ganzes Leben!

Im Moment freue ich mich auf Zeit mit meiner Familie! kaffeesieren, chillen, erzählen, spielen! Natürlich: Halt mal kurz! Das Känguruspiel!

Ich habe angefangen, innerhalb mehrerer Tage, ein paar Gedanken aufzuschreiben.
Inzwischen war noch soviel mehr in den letzten Tagen. Unter anderem hatte ich am Tag der Wintersonnenwende eine tief spirituelle Erfahrung.
Während eines Wintersonnwenderitual, von dem uns Peter erzählt hat. Ich habe es gemacht, um den Zeitraum der Wende um 11:46 am 21. Dezember.
Ich konnte sehr intensiv eine Verbindung spüren, die weit über alles hinausging, was vorher da war. Es strömte durch mich und verband mich von einem Punkt tief in der Erde mit einem Punkt hoch in den Sternen. Es war unbeschreiblich klar! Von beiden Punkten bekomme ich meine Kraft und ich verbinde beide Punkte. Alles durchwebt Alles. Ich spüre klar und deutlich, daß ich ein Grenzgänger bin.
Beruf: Grenzgänger!
Ich kenne beide Seiten sehr gut!
Mit diesem, sehr starken Gefühl gehe ich in die Weihnachtszeit. Morgen, Heiligabend, bin ich Vormittags noch im Laden. Das ist immer Schön! Die Weihnachtstage verbringe ich mit meiner Familie. Wir werden Spielen, Essen, Chillen! Ich freue mich drauf. Und im Januar geht es für mich dann richtig los. Auf in eine lebenswerte Welt! Ich freue mich auf alle Aufgaben, die sich mir stellen, und ich bin gespannt auf die Lösungen, auf dem Weg in die Geld- und Geschäftsfreie Zeit.
Ich wünsche Euch allen eine geruhsame, entspannte und lichtvolle Weihnachtszeit. Genießt das!

Anfang:

Lange habe ich mich gefragt, wo soll ich anfangen. Am Anfang wäre eine Antwort. Die richtige Antwort aber ist “Jetzt”! Ich schiebe alles viel zu lange vor mir her und es wird immer mehr. Ich habe kurz vor Berlin aufgehört zu schreiben, vieles ist passiert, viele Menschen haben meinen Weg gekreuzt, oder ich ihren Weg. Und jede und jeder hat seine Spur hinterlassen, mir Impulse gegeben.
Also ich fange Jetzt mit Jetzt an.
Ich liege auf meinem Bett, es läuft Ayo. Ich habe mein Tablet mit der Bluetoothbox verbunden bekommen und höre heute mal seit langer Zeit wieder Musik.
Sonst singe ich wieder sehr viel. Das hat mit meiner Ankunft hier erstmal etwas nachgelassen, jetzt kommt es wieder. Überhaupt öffnet die Nähe zum draußen, das Mitten in der Natur sein, viele Türen bei mir. Ich komme so wunderbar zu mir, tief an meine Gefühle. Alles ist stimmig. Es gibt oft Momente hier, da bleibt die Zeit einfach stehen. Das gibt mir viel Kraft und Erfüllung.
In dieser Woche hat mich Lene an vier Tagen in den Dienstplan eingetragen.
Montag, Dienstag, Mittwoch und dann noch mal Samstag. Das ist schon wieder recht sportlich. Glück sei Dank spüre ich unmittelbar, wenn wieder diese Unrast einsetzt, dieser Druck, das getrieben sein. Alleine das sofort zu spüren reicht, daß es sich schnell auflöst. Ich entwickle eine Geldunverträglichkeit und Geschäftsallergie.
Und dahin geht mein Weg! Raus aus Geschäften, weg vom Geld. Wie? Ich werde sehen!

Jedenfalls wohne ich jetzt im Bauwagen und ich fühle mich in ihm absolut richtig. Es gab vor einer Woche einen Punkt, an dem ich merkte, es geht nicht weiter, der Winter kommt und es sind noch einige Baustellen. Dann hatte ich plötzlich den Impuls, öffentlich über Facebook zu fragen, ob jemand mir helfen kann, die Zinkdachrinnen zu löten und anzubringen, und den Edelstahlschornstein aufzustellen. Die Resonanz war überwältigend. So haben wir zu siebt am Samstag beides erledigt und zusätzlich die alte Tür gerichtet, so daß sie nun schließt.Stefanie, die einige Kilometer hingelegt hat, um dabei zu sein, hat noch eine Seite streichen können. Tanja und Timo haben die allererste Wagensuppe gekocht. Leute, war die lecker und scharrrff, von zwei selbstgezogenen Zitronenchilli, ein Geschenk meiner Kollegin Lene. Ich habe noch mehrere Zweige mit Früchten, die ich in Öl einlegen werde.
Ich beginne auch langsam, mich auf meine Geldfreie Zeit einzustellen, die jetzt beginnen wird. Nicht adhoc, aber zügig. Ich habe noch das Geld, um den Wagen Energieautark zu machen. Dann ists vorbei. Das bedeutet ich werde wohl noch im Winter das Auto verkaufen. Und das war es dann.
Jetzt muß ich langsam beginnen, zu schauen, woher ich mein nötiges Essen bekomme. Ich setze auf Lebensmittel, die ich irgendwie vor der Mülltonne retten kann.
Ich weiß ja, genausoviel, wie wir in Deutschland essen, werfen wir eins zu eins weg, vernichten es einfach! Ohne daß jemand etwas davon hat. Den einzigen Zweck, den dieses Essen hat, ist, die Erde noch mehr auszuplündern, auszumergeln, den Schadstoffgehalt der Atmosphäre immer weiter hochzujubeln.
Keiner wird etwas dagegen haben, wenn ich es esse. Oder? Wir werden sehen….
Ich werde regelmäßig in kurzen Abständen wieder berichten. Ulrike hat es sich gewünscht. Und ich wußte plötzlich nicht mehr, worauf ich eigentlich gewartet habe, warum ich nicht längst schreibe.
Also gut.

Ich beginne heute.

Heute war der Trauergottesdienst für meinen Nachbarn Guiseppe. Er ist, wie ich ein Februarkind, nur ein Jahr jünger als ich, als er in der letzten Woche in Der Folge zweier, kurz hintereinander folgender Herinfarkte starb. Seine beiden Kinder genauso alt wie meine. Heute ist mir bewußt geworden, daß ich einen wichtigen Menschen verloren habe, einen Freund. Es war immer eine Verbindung da, obwohl er eigentlich keinen Raum dafür ließ. Er hat täglich von Morgens bis spät in die Nacht in seinem Eiscafé verbracht. Sieben Tage, ohne Freien Tag, elf Monate im Jahr. Morgens um Neun hat er aufgeschloßen und nachts um zwei hörte ich in meinem Zimmer noch die Eismaschine.
Ein Herzinfarkt kommt oft vor, das ist wahr. Aber nicht während einer unangemeldeten Steuerprüfung, in der zehn Leute den Laden stürmten, die Gäste aufforderten zu gehen.
Guiseppe hat das so aufgeregt, daß er es nicht überlebt hat.
Ich habe Jahrelang meinen Laden gegenüber seines Cafés betrieben. Wir haben oft fast um die Wette gearbeitet. Wenn wir dann noch ein Pläuschchen hielten, schimpften wir oft einvernehmlich über die Ungerechtigkeiten und die Herzlosigkeit, lachten über die Bemühungen von uns Menschen, unser Mensch sein zu definieren.
Er war ein ungewöhnlich gutes Herz.
Das größte für die Kinder war es, wenn die ganze Klasse an den letzten Schultagen einen Ausflug zum Eiscafé machten. Kurz vor den Sommerferien kam eine Klasse nach der anderen, um die Klassenkasse auf den Kopf zu hauen. Er hat dem Ort 26 Jahre das Weltbeste Eis geschenkt.
Sein Sohn Matthia hat am Freitag das restliche Eis verschenkt. Das Eiscafé war voll. Viele waren dankbar, für eine letzte Kugel ihrer Lieblingssorte, für diese wunderbare Möglichkeit Abschied nehmen zu können.
Guiseppe hat mich auch bei meinem Lauf unterstützt.
Sein Tod hat mich sehr tief berührt und erschüttert. Es waren viele Ähnlichkeiten bei uns.
Und es ist auch ein Gefühl der Erleichterung da, ein ganz persönliches, die Bremse getreten zu haben in diesem Überlebenskampf. Etwas hart zwar, aber konsequent.
Und es ist noch immer ein befreites Gefühl.

So es ist Sonntag, in mir dreht es. Ein Tag der Besinnung. Meine intime Innenschau.
Fragen Fragen Fragen Fragen….
Ich verlege mich auf die Erstellung einer todoListe all der kleinen und großen Dinge, die in nächster Zeit anstehen:

Laden:
– Mehrere Schichten wöchentlich bis Januar, ab jetzt steigende Tendenz. Schön wieder da zu sein!
– Ein Ladengeschäft haben wir im Auge, in das bökers übersiedeln kann. Die Situation im alten Haus ist weiterhin unsicher. Wir möchten alle, das die Buchhandlung in Wildeshausen erhalten bleibt! Darein möchte ich meine Energie auch noch setzen. Obwohl ich am Anfang des Jahres gerne die Verantwortung abgeben möchte. Ob es gelingen kann, so kurzfristig einen Kollektivprozess in Lauf zu bringen, werden wir sehen. Oder ob ich den Laden einfach jemandem überschreibe, der ihn weitermacht? Jedenfalls hängt in dem ganzen Finanzkonstrukt auch unser Haus, das ich gerne Birgit übergeben möchte. Das geht aber erst, wenn der Laden nicht mehr auf mich läuft, denn der ist eine Sicherheit für die Bank.
– Ein Telefonat mit Artabana. Das ist eine solidarische Gesundheitsversicherung. Sie ist Deutschlandweit in Gemeinschaften, also solidarisch organisiert und greift bei größerem Kostenaufwand weiter, auf mehrere Gruppen. Höhere Kosten tragen dann viele Gemeinschaften miteinander. Die nächste Gruppe ist in Ganderkesee, wohin ich dann einmal monatlich zu einem Treffen fahren müßte, was für alle verbindlich ist. Ich werde auch darüber weiter berichten.
– Meine Krankenversicherung werde ich kündigen.
– 2 bis 3 Raummeter Holz brauche ich wohl für den Winter noch. Darum muß ich mich noch kümmern. Dafür ist noch ein wenig Geld da.
– Meinen Kontostand muß ich bei der Bank nachfragen. Ich habe kaum einen Überblick über meine Finanzen. Das Interesse daran kommt mir abhanden. Eine BankKarte habe ich nicht mehr, seit ich vor eineinhalb Jahren losgegangen bin. Das macht alles umständlicher. Ich muß ermitteln, wieviel Geld noch da ist um im Frühjahr den Wagen Energieautark zu machen. Ein Gespräch mit meinem Elektrikmeister steht an, um die Größe der Anlage und die Kosten zu besprechen. Leider fehlt mir das Verständnis für diese Basteleien und Tüfteleien. Ich hoffe Wind mit Sonne mischen zu können.
– Ein kleines Stück Regenrinne fehlt noch an einer Seite. Thomas und Roman wollen sie in eineinhalb Wochen anbringen. Ich freue mich so sehr, daß sie es ein wenig in die Hand genommen haben. Und ich freue mich auf unseren gemeinsamen Wuppundwerkeltag. Es war so großartig, daß sie und ein paar weitere wundervolle Menschen der Einladung zum Wupp-, Werkel- und Tüdeltag angenommen haben, am vorletzten Wochenende. Wir haben von Vormittag bis Abends einige kleine und große Aufgaben am Wagen erledigt. Stefanie ist fantastischerweise zu Besuch bei einer Freundin gewesen, dreißig Kilometer von hier, und hat die Gelegenheit zum gemeinsamen kennenlernen genutzt. Ihr habe ich die rotfarbige Bestreichung, der alten Eingansseite zu verdanken. Flo, wie wir rausfanden, sind wir entfernt aber sehr nah verwandt, hat es geschafft mittels einer hölzernen Auflage, den Doppelwandigen Edelstahlschornstein aufzustellen. Der Ofen zieht jetzt gleichmäßig und verbrennt sehr effektiv. Und das Kondenswasser läuft nicht mehr in den Ofeninnenraum. Thomas und Roman haben glücklicherweise die Regenrinnen in die Hand genommen und angebracht. Tanja hat zusammen mit Timo die fabelhafteste Wagensuppe gekocht, schön scharf, das Beste nach einem schaffensreichen Tag, nahe der Frostgrenze. Ich bin völlig begeistert von diesem gemeinsamen Tag.
– Um eine Tretwaschmaschine werde ich mich noch kümmern. Eine moderne Tretwaschmaschine wird mir in den nächsten Jahren mit weniger Aufwand als ein Waschbrett meine Wäsche reinigen und befrischen.
– Auch einen Schiffsausrüster werde ich noch besuchen, um nach einer Fußpumpe für das Fießende Wasser zu schauen, die keinen Strom braucht.
– Meinen Elektriker werde ich besuchen. Er hat sicherlich schon herausfinden können, wie ich im Frühjahr den Wagen Energieautark ausrüsten kann. Zwischen zwei und vier KW wären schön. Für vier KW ist es wahrscheinlich finanziell schon zu eng. Vier KW wären aber gut um Küchenmaschinen zu betreiben und mehrere Tage ohne Sonnenlicht auszukommen. Aber die genauen Preise wird er, berechnet auf meine Wünsche, schon haben. Dann werde ich sehen, was geht.
– Geh ich noch mal zum Zahnarzt und lass ihn das, was er angefangen hat, zu Ende machen? Eine Gewissensfrage!
– Für den Start der Vegan-Zeit möchte ich mir über einige Dinge klarer werden und noch genaue Informationen über zB Vitamin B12 einholen. Sollte ich einmal den Speicher aufladen, um dann in eine natürliche B-12 Bevorratung zu kommen?
– Sollte ich mir noch Rasierklingen auf Vorrat kaufen?

So viele Fragen

So ist noch viel zu tun. Aber in erster Linie möchte ich wieder diesen Blog weiterführen und beschreiben, wie es weitergeht in diesem Prozess in ein Konsum- und möglichst Geschäftsfreies Leben. Ich nehme es nicht mehr hin, wenn es heißt, es ginge nicht! Ich suche einen Weg und freue mich über Alle, die daran teilhaben möchten und auf welche Art auch immer Teilnehmen und -geben.
Am Wochenende bekomme ich erst einmal wundervollen Besuch, und in der nächsten Woche gehe ich konkrete Schritte in Richtung “Raus aus dem Kaufsystem – freie Bahn für Vertrauen!”
Ich freue mich auf einen weiteren Schritt in ein minimalistisches Leben!
Ich bin gespannt, was mir begegnet….

Fußnote
Ich habe jetzt einige Tage gebraucht um mich durchzuringen diese Aufzählungen, jetzt zu veröffentlichen. Ich nehme dieses Gedankengewusel jetzt als Anschluß und hoffe damit wieder in regelmäßige und sortiertere Berichte zu finden.
Ich selber nutze die Zeit gerade zum Sortieren, backen, denken, fühlen, lieben, genießen…Ich freue mich momentan an jedem Moment.
Ich freue mich hier zu sein, auf dieser wundervollen Welt, in meinem wunderbaren Leben. Was für ein irres Geschenk.
Ein Geschenk, das es wert ist ins Leben zu finden und genossen zu werden.
Nichts hindert mich nur noch zu genießen und alle, die sich Druck und Wahnsinn weiterhin hingeben wollen, einfach machen zu lassen.
Aber ebensogut kann ich dabei eine schöne Zukunft kreieren.
Was für ein wunderschönes Leben!
Danke möchte ich laut rufen

Unter der Fußnote….eigentlich: hinten angestellt, anstatt oben über “als letztes vorangestellt” als Krönchen…als Schritt:

Wieder fühle ich mich einen Schritt weiter und spüre wie es verwischt. Die Schritte passieren von alleine, ich habe das Gefühl, selber der Weg zu sein. Ich sehe keine einzelnelnen Schritte mehr. Es ist in mir zur Bewegung geworden, endlich in Gang gesetzt.

“Parantantatam. Etwas möchte beginnen, etwas möchte von außen nach innen, etwas möchte von innen nach außen, Etwas möchte sich mit etwassen austauschen.”
Käpt’n Peng

“Stützräder ab und Leinen los. Gib Dir nen Stoß. Du bist der Fluß und nicht das Floß”
Auch wieder Käpt’n Peng

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