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Tag 205 bis 210 … Ingwer und Olympia

“Jeder Augenblick kann ein denkwürdiger Augenblick sein!”
CS.

München…

Nach den glücklichen Tagen im Studio, folgte ich am Samstag, dem zweiten Weihnachtstag, einer Einladung vzon Rut und Andreas, ein paar Tage bei Ihnen und Ihrer Familie in der Gegend von Schwabing zu bleiben. Andreas ist Komponist und komponiert Filmmusik.
Am Abend nahmen mich beide mit auf ein kleines Fest von Freunden.
Fünf Musiker, die seit Jahren zusammenspielen und zehn weitere sangesfreudige Gäste machten diesen Abend zu einer wundervollen Session. Lieder aus vollen Herzen!
Boat on the river ebenso wie Pink Floyd-Stücke und sogar circle songs, mit Piano, zwei Gitarren und Saxophon.
Andreas erzählte mir, Hardy, der Saxophonist, besitzt fast einhundert Saxophone. Und er versteht sie zu spielen.
Ein sehr schönes Buch über Saxophone hat er geschrieben………

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Hardy ist Kulturdezernent außerhalb Münchens. Im Moment proben Hardy und Andreas hier im Wohnzimmer für ein LeseinformationsMusiktheaterstück über Saxophone, das in den nächsten Tagen zur Aufführung kommt. Sie arrangieren Musikstücke neu für die Ausführung. So bin ich mal wieder in den Genuß von einigen Passagen von Ravels Bolero gekommen, in einer schönen Version für Saxofon und Klavier.
Seit dem Abend des Ersten Weihnachtstages versucht sich eine Erkältung in mir breitzumachen. Hals-Rachen-Nase.
Ich habe vielleicht nicht ganz so gut auf meinen Körper geachtet, mich bei Frühlingstemperaturen zu luftig angekleidet, und die Tage auf der Autobahn hatten auch ihren Preis.
Ich habe hier, in dieser gechilten und tiefenentspannten Atmosphäre einen schönen Raum zum Genesen. Von Martina haben wir in Moers eine riesige Knolle Ingwer geschenkt bekommen, für viele Kannen Ingwertee.
Boris und ich haben unterwegs abends nach heißem Wasser für meine Termoskanne gefragt und dann einfach Ingwer hineingeschippelt.
Ein wunderbares Getränk! Am liebsten mag ich heißes Ingwerwasser ganz scharf.
Hier trinke ich mehrere Kannen am Tag. Das stärkt die Abwehrkräfte.
Am Sonntag machten wir einen schönen Spaziergang in den Olympiapark.

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Ein Bierchen in Picknickatmosphäre bei Sonnenschein, ein paar Fotos und Videos, und ein fantastischer Blick auf München und die gesamte Alpenkette, bis hin zur Zugspitze, die wie die Lok vor den Bergzug gespannt ist. Von dort oben beobachteten wir den Sonnenuntergang über München.

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Die Hügel des Olympiaparks sind aus den Trümmern des letzten Weltkrieges gebaut. Man hätte sie auch aufschütten können, ohne vorher Häuser daraus zu bauen und sie wieder zu zerstören. Was für ein Aufwand!
Die Tage bei Rut und Andreas, Mara und Jonas waren sehr behaglich und meine Erkältung ist schnell fast verschwunden.
Am Dienstag Morgen habe ich dann Abschied genommen, nicht ohne vorher noch für Maras Polaroidprojekt, für ihre Bewerbungsmappe für das Studium Bühnenbild, Modell zu stehen.
Und ich habe meinerseits die ersten zwei Steine an Rut und Mara überreicht, mit der Bitte um weiterreichen.

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Hintergrund:
Die Idee der HerzWanderSteine ist von meinem Sohn Yaro und sehr schön. Ich schreibe auf einen Stein die Adresse eines Empfängers und gebe ihn einem Menschen meines Vertrauens. Dieser gibt den Stein an jemand anderen weiter…… Bis er beim Empfänger ankommt. Jede Weitergabe kann auf der Lebenslauf-Facebookseite mit Foto kommentiert werden.
Verantwortung, Vertrauen, Verbindung…..
Die ersten beiden HerzWanderSteine gehen natürlich an Birgit und meine Söhne. Einige werden folgen, an Menschen, denen ich für Ihre Anteilnahme und Unterstützung von Herzen danke.

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Ich habe mich auf dem Weg zu meiner nächsten Einladung, dann mit Raphael, einem Freund aus dem heimatlichen Wildeshausen getroffen. Wir haben gemeinsam die Gegend im und um den Englischen Garten erkundet.
Raphael erzählte mir, daß er zusammen mit Freunden und Interessierten einen Permakultur-Garten direkt am Zentrum Wildeshausens anlegt. Ein Grundstück dafür wurde Ihnen überlassen.

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Als mich Raphael am Abend verließ, machte ich mich auf zu Sabine und Hans. Sie hatten mir angeboten bis Neujahr bei Ihnen zu Gast zu sein.
Sabine verfolgte mich über Facebook und schrieb mir, als sie gewahr wurde, daß ich mich in München aufhalte.
Sie wohnt in der ersten von fünf “Wagnis” Siedlungen. Nach Gründung einer Genossenschaft haben viele, wie Sabine und Hans, Grundstücksanteile erworben und damit auch das Anrecht auf eine Wohnung mit lebenslangem Wohnrecht auf Grundlage einer Mietumlage.
Das Konzept sieht vererbbaren Wohnraumbesitz nicht vor.

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Die Architektur setzt auf Gemeinschaft, Nachbarschaft und Kommunikation. So gibt es offene Treppenhäuser und auf allen Etagen Laubengänge von wo aus die Wohnungen zu betreten sind.
Auch ist das Wohnkonzept mehr auf Gemeinschaft ausgerichtet:

-Partizipation am Baugeschehen und darüberhinaus in der Genossenschaft
-Wohnungen für Singles, Paare, WG’s, Familien und Alleinerziehenden unter einem Dach.
-Nachbarschaftliches und quartiervernetztes Mehrgenerationen-Wohnen in partizipativen und selbstorganisatorischen Strukturen vom Beginn der Planung an.
-Resourcenschonendes, ökologisch verantwort- bares Bauen und Leben.
-gefördert und freifinanziert
-einen Gemeinschaftsgarten, Büros, Gästezimmer, Nachbarschaftsbörse und vieles mehr.
-Neben klassischen Wohnungen entstehen neuartige Wohngemeinschaften (Cluster) und die Künstler-Wohngruppe ARTrefugio, Ateliers und Werkstätten, Praxis- und Büroräume sowie ein Kunst-und Kulturcafé mit Veranstaltungsräumen.
www.wagnis.org

Es ist sehr viel Lebendigkeit in Wagnis 1 zu spüren.

Am Silvestertag hat Sabine mir eine besondere Freude gemacht. Sie ist Trommelbauerin, was mir gleich, als ich es gesehen habe, die Augen hat leuchten lassen. Sie hat einen Spontan-Trommelbauworkshop mit mir, ihrem Mann Hans und Nachbarin Andrea in ihrer Küche veranstaltet und ich durfte mir eine eigene Trommel bauen. Sie konnte nicht wissen, daß der Wunsch nach einer solchen Ritualtrommel seit einiger Zeit in mir schon sehr stark war. Was für ein großes Glück. Es war für mich ein sehr konzentrierter und intensiver Tag mit schönen Ritualen.

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Und meine neue Begleiterin war mir von Anfang an sehr vertraut.
Wir entlocken uns gegenseitig die schönsten Töne.
Ins neue Jahr habe ich mich getrommelt, mit einem Gläschen Wein auf das neue Jahr geschaut und an meine Liebsten gedacht.

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Ich bin sehr gespannt auf dieses kommende Jahr. Vieles wird passieren.