Freunde auf Reisen 4 – Ey, nur noch Drei Tage, oder zwei, oder einer!? Oder Jetzt! Ja

“Mache nichts alleine, was Du nicht besser mit anderen tun könntest!”

JA, JETZT! Jetzt ist es im Gange. Walter und Heidi sind heute angereist. Heidi ist 25 Kilometer hergewandert und Walter mehr als 100 Kilometer gefahren. Gemeinsam mit Gerald haben wir einen Autocampingplatz frei gemacht. Walter habe ich im letzten Sommer auf der “und jetzt?!” Konferenz bei den Gemeinschaftsstiftern in Harzgerode kennengelernt, Heidi erst heute. Und Gerald ist mein liebster Nachbar.
Die Zeit läuft so schnell und ich bin so froh und beglückt, daß wir mehr werden.
Da es fast unmöglich ist noch alle Beitragenden und ihre Beiträge einzeln vorzustellen, wie ich es vorhatte, hier nun kurze Portraits.
In den letzten Tagen freue ich mich über so wundervolle Zusagen.

Ich möchte jetzt noch vier wundervolle Beiträge vorstellen

SABINE
Sabine habe ich in München kennengelernt. Ursprünglich kommt sie aus Wildeshausen und hat mich deshalb auf meiner Wanderung eingeladen. Ihr verdanke ich meine geliebte Trommel, die mir immer noch grosse Freude macht.
Sabine zeigt uns das Medizinrad und lädt ein auf eine schamanische Reise.
Wer Lust auf die Reise hat, sollte sich gerne kurz melden.

Schamanisches Reisen:
“Schamanisches Reisen” ist die Bezeichnung für einen Trancezustand, der meist von Trommeln getragen wird. Die Fähigkeit dazu dürfte wohl jedem Menschen angeboren sein. Wer mit der entsprechenden Absicht reist, findet in der “Anderswelt” oder “Nichtalltäglichen Wirklichkeit” Antworten auf Fragen, kann Kraft tanken oder Unterstützung finden. Es ist ratsam, die ersten Schritte in Begleitung eines erfahrenen Reisenden zu machen.
Wer möchte, ist eingeladen, mit mir auf Reisen zu gehen.

Medizinrad:
Das Medizinrad ist eine Landkarte, eine universelle Struktur, die die Rhythmen des Tages, Jahres, Lebens abbildet und diese, wenn wir das Medizinrad betreten, für uns erfahrbar, erlebbar macht. Auch die Elemente Feuer, Wasser, Erde, Luft können den verschiedenen Richtungen zugeordnet werden. Die Erfahrung im Medizinrad kann helfen, Fragen zu beantworten, wenn wir das Rad mit dieser Absicht betreten. Sie kann auch helfen, uns mit der Natur, mit den universellen Grundlagen und Rhythmen des Lebens wieder zu verbinden.
Ich möchte gerne ein solches Medizinrad aus Steinen legen und die Möglichkeit eröffnen, mit dem Rad zu arbeiten.

ROMAN
Einen Tag sind wir zusammen den Lebenslauf gegangen. Von Nordwohlde bis Erichshof. Ich war überrascht von Romans Kenntnissen über Kräuter und Pilze. Auf allen Ebenen. Wer Lust hat auf eine inspirierende Kräuterwanderung, darf sich freuen mit ihm und seinen Geschichten hier vom Grundstück zur Hunte zu spazieren und Kräuter für unser gemeinsames Kochen zu sammeln.

Hier ein kleines Porträt von mir.
Eigentlich bin ich schon so aufgewachsen, in unserem Häuschen zwischen Wald und Wiesen. Mir lag die Natur mit ihrer Flora und Fauna immer schon sehr nahe.
Mit der Familie suchten wir Pilze Kräuter und Beeren. Meine Mutter kannte sich damit schon recht gut aus.
Vor 15 Jahren etwa, mir machte gerade eine Bronchitis nach einer verschleppten Erkältung zu schaffen, beschäftigte ich mich intensiv mit Heilkräuter, ihrer Wirkung auf Körper und Geist, der Pflanzenchemie und alternative Medizin.
In den letzten Jahren recherchierte ich auch Heilpilze.
Meine Tätigkeit als Herbalist beschränkt sich bis jetzt nur auf den engeren Familienkreis.
Heute sammel ich mit meiner Familie Pilze und Kräuter, der Kreis schließt sich wieder.

JAN
Jan ist ein guter Nachbar aus Ringmar. Jan sammelt diverses Wissen, an die Dinge anders heranzugehen und tiefer einzudringen in unsere urprüngliche Kultur des täglichen. Als Bastler, Tüftler und Gärtner.
Uns wird er auf der Reise zeigen, wie wir Weihrauch einfach selber herstellen können.

Bin der Jan und lebe in benachbarten Groß Ringmar. Meine Wahrnehmung bezieht sich nicht nur auf das Hören und Sehen und nehme meine Umgebung auch über meinen Geruchsinn wahr. Jeder Duft oder Geruch, der angenehm ist, hat für uns eine positive Wirkung. Vor ungfähr 10 Jahren habe ich Weihrauch aus dem Oman geschenkt bekommen und der Duft hat mich sehr beeindruckt. Als der Weihrauch zu Ende neigte habe, habe ich mir gedacht, das Harz lässt sich doch vielleicht auch aus heimischen Bäumen herstellen und bin dann in den Wäldern gegangen um Harze zu sammeln. Der Duft von Waldweihrauch ist anders, aber hat für mich auch eine angenehme Wirkung. Dafür eignet sich Tanen, Fichten und Kiefernharz.
Auf der Reise ins MorgenLand möchte ich euch zeigen, wie ihr auf eine ganz einfache Weise das gesammelte Harz auf dem Feuer oder Herd reinigt um daraus Burgunderharz herzustellen. Vielleicht bietet es sich auch an, verschiedene Harze zu sammeln.

JULIAN
Zum Veganen Kochen in Harpstedt kam Julian alle 14 Tage mit dem Rad, aus dem 25 Kilometer entfernten Ganderkesee. Wir hatten einen guten Sommer gemeinsam auf dem “Move utopia” in einer Orientierungjahr, nach der Schule, entschied er sich für das “Peace Project, in dessen Rahmen er, mit Vor- und Nachbereitung von jeweils drei Monaten, sich ein Permakulturelles Projekt in Kenia ausgesucht hat, wo er ein halbes Jahr mitwirken und lernen durfte. Die Reise von beeindruckenden 9000 Kilometern nach Kenia hat er (fast vollständig) auf den Landweg zurückgelegt. Von Unterwegs und vom Peace Project erzählt er uns.

Ich freue mich auf euch und alles! Bis die Tage!

Reiseplan 19. bis 21.Mai

Was passiert am Wochenende?
/// wird aktualisiert///

MARKT?! Festival?! KONGRESS?!
Es ist, was wir draus machen!

Samstag 19.5. bis Montag 21.5.

**Kleinere Permakulturelle Projekte und Werkeleien zum mitmachen, über drei Tage.
+ Mit Daniel und Melanie vom Permakulturverein Waldgeister e.V. bauen wir gemeinsam eine kleine PflanzenKübelKläranlage, Wasserversorgung – Regenwasser sammeln, filtern, nutzen.
Thema: Wasser!

+ Sabine; gemeinsam Sitzplätze und -landschaften und Möbel fürs Wäldchen aus Kisten und Paletten bauen.

Sonntag 20.5.

13:00 + Jan; Räucherwerk und Weihrauch selber herstellen

13:30 + Sabine; Schamanische Reise

14:00 + Angelika; Ein Leben In Polyamorie

15:00 + Daniel + Melanie; Permakulturverein Waldgeister e.V.

16:00 + Irene; Klangyoga – Shakti Devi Yoga – interdisziplinäre, traditionelle Yogalehren, Klang, Tanz, Meditation

17:00 + Anna Maria: Erzählungen aus ihrer Zeit im Kibbuz

19:00 am Lagerfeuer + Shakti Devi; Mantrakonzert

**** **** **** ****

Montag 21.5.

13:00 + Roman; Kräuterwanderung

14:00 + Julian; Ein Jahr Peace Projekt – auf dem Landweg nach Kenia

15:00 + Linda; Food Sharing Wildeshausen mit anschliessender Versammlung der Wildeshauser foodsharer, Planung.

15:30 + LuLu Lust auf Lupinen. Schönheit auf die Äcker, Gesundheit auf den Teller. Ein Weg in eine Vegane Landwirtschaft.

16:00 + Christine; GfK Gewaltfreie Komunikation. Bericht aus workshops und EInführung

17:00 + Sabine; Medizinrad legen

17:30 Aysha + Jens; smoke+palaver, im Kreis um die Pfeife zu aktuellen Themen sprechen
**** **** **** ****

Geplante Beiträge, ungefähre Zeiten folgen:

Die Reise zum Morgenland startet in sechs Tagen!

Die Badewannen und Tanks für das Wasserprojekt sind jetzt hier! Dank Romina, Sven, Ludger und Britta ❤

Der Platz für Zelte ist fast aufgeräumt, das Klohaus fast fertig.
Nur hat es ein Vogelpärchen zum Nestbau auserkoren, so wird es zum Wochenende wohl nicht fertig werden.

Zum Glück gibt es noch das Outdoorklo, das im letzten Jahr Moosl mit Luzie gebaut hat..

Es ist noch viel zu tun. Wenn also jemand Lust hat, etwas bei den Vorbereitungen hier am Platz mitzuwirken, wäre es Wundervoll. ?
Und….. Sollte wer von weiter her anreisen, Teile es gerne hier. Vielleicht bietet es einigen Mitfahrgelegenheit und ermöglicht es somit Menschen dabei zu sein, denen es sonst schwer möglich wäre. Danke ?
Ein ungefährer Plan für Samstag, Sonntag und Montag findet sich morgen oder übermorgen hier.
Ich freue mich!

Freunde auf der Reise 3 – Polyamorie und Palette

Angelika habe ich an der Palette, im November in Wildeshausen kennengelernt. Ein erfrischender Wirbelwind hat mich gestriffen. Ein wunderbarer Rückenwind auf der Reise ins MorgenLand.

Auf der Reise beschleicht uns sicher irgendwann die Gewissheit, uns unsere Beziehungsstruktur anschauen zu müssen. Es gibt so unglaublich verschiedene Beziehungsformen. Was hat die Liebe damit zu tun?
Angelika erzählt uns aus ihrem polyamoren Leben. Ich bin sehr gespannt auf ihren Bericht.
Ausserdem bringt die Sängerin ihre Gitarre mit. Ich freue mich so, sie jetzt endlich mal Pfingsten singen zu hören. Ich hab schon viel darüber gehört. ?

“Was ist eigentlich Polyamorie?

In der heutigen westlichen Gesellschaft kommt das Thema Polyamorie in den letzten Jahren vermehrt auf. Man spricht über offene Beziehungen, redet von freier Liebe oder von polygamen Beziehungen. Doch was bedeuten diese ganzen Beziehungsstrukturen eigentlich genau, wo liegt der Unterschied in ihnen und welche Werte sind dabei besonders wichtig im Umgang miteinander? Welche Herausforderungen gilt es zu meistern und kann man eigentlich wirklich mehrere Menschen gleichzeitg lieben? Diese Fragen möchte ich versuchen soweit mir möglich zu beantworten.

Ich selber bin 30 Jahre jung, lebe seit 2 Jahren polyamor und werde euch berichten, wie es dazu kam und welche Hürden es zu überwinden gilt, aber auch welche wundervollen Momente sich mir dadurch geboten haben. Ich erzähle darüber, wie wichtig absolute Ehrlichkeit, Offenheit, Transparenz und Vertrauen in einer polyamourösen Beziehung sind (in jeder Beziehung!) und werde versuchen, alle Fragen in einer offenen und geselligen Runde so gut es mir möglich ist zu beantworten. :)”

– Angelika –

Freunde auf Reisen 2 – Mantra und Melodie

Irene und ihre Musikfreunde, Shakti Devi und friends, haben gleich mit ihrer Freude darüber, dieses Treffen mit ihren wundervollen Mantraliedern zu lebendisieren und schön mitzugestalten auch mir Freude gemacht. Am Lagerfeuer, am Sonntag Abend, können wir lauschen und singen.
Ich hatte noch nie etwas von einem Mantrakonzert gehört, bis ich im letzten Jahr auf der Waldhealing mehrere wundervolle Konzerte erleben durfte, die mich sehr berührt haben.
Ich freue mich auf Shakti Devi und friends.

“Mantren sind Worte und Heilklänge, die Harmonie und Frieden bringen.
Wer in diese seelenberührenden Sprechgesänge einstimmt, weckt Prana als Lebenskraft, entspannt Geist, Emotionen und erfüllt das Herz mit universeller Liebe.
Der Friede geht von jedem Individuum selbst aus. Wer sich in seelischer Harmonie befindet, ist friedlicher. Der Friede in uns strahlt somit auch in unsere Umgebung!”

Shakti Devi (Irene Gorenc) hat es sich mit Musikerfreunden zur Aufgabe gemacht Bhaktiyoga durch Mantrakonzerten eine Stimme zu geben….für mehr Frieden, Liebe, Achtsamkeit & Harmonie miteinander.
Jeder ist herzlich eingeladen mitzumachen oder mitzusingen.”

Am Sonntag um 19:00 am Lagerfeuer!

Irene wird außerdem Shakti Devi Klangyoga im Wäldchen anbieten. Alle, die Lust haben, das kennenzulernen, sind herzlich dazu eingeladen.
Irenes Klangyoga verbindet interdisziplinäre, traditionelle Yogalehren, mit Klang, Tanz und Meditation.
Freut Euch darauf!

Freunde auf Reisen! Werkeln und Wasser

Ich möchte hier in den nächsten Tagen die Menschen und ihre Beiträge auf der Reise ins MorgenLand kurz vorstellen.
Drei Tage lang öffnen wir den Raum für Austausch und Kennenlernen, Entdeckungen und Erfahrungen, singen und freuen, kochen und geniessen, für Alternativen und Perspektiven.
Alles ist möglich und erwünscht.

Melanie und Daniel mit Frieda – Die Waldgeister kommen!

“Wenn wir nicht zusammenarbeiten, werden wir
für unsere Probleme keine Lösung finden.”
(Dalai Lama)

Juhu! Daniel und Melanie mit ihrer Tochter Frieda sind dabei, bei der Reise ins Morgenland! Beide sind Permakulturell sehr aktiv. Melanie entwickelt Ideen und Daniel setzt sie gerne praktisch um. Ich habe die zwei auf meiner Reise Anfang 2016 kennengelernt. Sie lebten zu der Zeit im Schloß Weitersroda in einer entstehenden Gemeinschaft. Ich habe das erste mal gesehen wie jemand schwarze Erde herstellte, die Kacke aus dem Kompostklo, mit Hilfe von Mikroorganismen, so vorbereitet, daß sie gefahrlos in den Kompost gegeben werden kann und so weiterhin Teil des natürlichen Kreislaufes bleibt. Terra preta. Ich habe tagelang die Schalen der Südfrüchte in der gemütlichen GemeinschaftsSchloßKüche winzig klein geschnibbelt un sie auf den Kompost zu geben!

Feierabendliche Schloßküche.
Da werden Erinnerungen wach! Schwelg!

Frank durfte ich bei der Erichtung eines Wasserspeichers für das neue Gewächshaus zur Hand gehen, und bekam so eine Nebenrolle in einem seiner, inzwischen zahlreichen und legendären PermakulturExperimentalFilmchen zu seinen Projekten.

Tower of Power.

Inzwischen verstärkt sie ihre kleine Frieda. Mit ihr reisen sie extra aus der Rhön an. Gemeinsam werden wir versuchen, in meinem kleinen Wäldchen einen kleinen Wasserkreislauf zu schaffen.
Regenwasser könnte aufgefangen, gefiltert, genutzt, gereinigt und wieder an den Wald zurückgegeben werden.
Es fehlen noch einige Materialien dafür, aber es ist ja auch noch nicht Pfingsten.
Daniel und Melanie stellen im “Markt der Möglichkeiten” die Waldgeister und permakulturellen Projekte vor und Daniel erzählt einiges zum Thema Wasser.
Wer während der Tage Interesse hat, uns beim bauen in unserem Miteinander-workshop zu helfen und Teilzunehmen, über die Themen zu erfahren und im praktischen zu lernen, ist herzlich eingeladen. Wir freuen uns auf alle die mit machen!

Das Interesse ist geweckt. So macht lernen Freude, mehr braucht’s nicht!

Hier stellen sich die Waldgeister vor:

“”Der Permakulturverein Waldgeister e. V. wurde Anfang 2018 in Waldberg/Rhön gegründet. Sein Ziel ist es eine nachhaltigen Lebens- und Wirtschaftsweise zu entwickeln und zu fördern, dauerhafte Lebensräume zu schaffen und Kreisläufe zu schließen.

Die Ethik der Permakultur ist dabei die Grundvoraussetzung all unsere Gedanken, Planungen und Handlungen. Drei Kernpunkte sind dabei elementar: Sorge für die Erde; Sorge für die Menschen und teile gerecht und wachse natürlich. Mehr Informationen zur Ethik der Permakultur findest du ebenfalls auf unserer Homepage.

Das ursprüngliche Planungssystem wurde für viele Menschen rund um den Globus zu einem Inbegriff für einen nachhaltigen, ökologischen und sozialen Lebensstil. Die Permakultur zeigt Auswege aus der Globalisierungsfalle auf.

Wir leben heute in einer Konsumgesellschaft auf Kosten von Nicht-Industriestaaten, wo Bodenschätze geplündert, Ökosysteme zerstört, Wasser verseucht und die Bewohner vertrieben und ausgerottet werden.
Die Veränderungen werden wir am Gartenzaun, im gemeinsamen Gespräch mit den Nachbarn und durch unser Vorleben bewirken. Ziel der Permakultur ist es ökologisch intakte Systeme zu schaffen, die ihren eigenen Bedarf decken, weder ausbeuten noch verschmutzen und auf lange Sicht nachhaltig sind.

In der Permakultur zählt keine Unterschrift auf einer Unterstützungserklärung, es geht vielmehr darum, sein Geschick selbst in die Hände zu nehmen und etwas zu verändern.

Auf unserer Homepage findest du unseren Beitrag dazu!””

​www.diewaldgeister.de

Es gibt zwei Dinge, die immer mehr werden wenn man sie teilt, Liebe und Wissen.

Reise ins MorgenLand

“Wir brauchen neue Geschichten”

Heyo,liebe Mitreisende auf diesem wundervollen Planeten Erde! Die Reise ins MorgenLand startet am 19. bis 21.Mai. Seid dabei!

Am Anfang, vor fünf Wochen, war es die Idee von Ayscha und mir, zu einem “smoke+palaver” einzuladen. Im Kreis sitzen und zu aktuellen Themen zu sprechen. Ayscha meinte, es könnte gut, entsprechend ihrer Kulturellen Wurzeln, beim rauchen der Shisha geschehen. Das knüpft in meinem Gefühl auch sehr an die Gesprächsrituale der Natives an. Wir erinnern uns alle an Szenen aus Winnetoufilmen, Gespräche im Kreis, auf Augenhöhe, in Frieden, keine Diskussionen, ohne Kampf. Ich ahne, daß das ein gutes, konstruktives, auf Austausch und Verstehen und aufeinder zubewegen ausgerichtetes Konzept bedeutet. Lets try it!
Zu dieser Idee kamen sehr schnell andere großartige Beiträge.

Christine hat mich vor längerer Zeit angesprochen und gesagt, sie würde gerne über ihre Erfahrungen aus GFK workshops berichten.
Daraus ist die Idee entstanden, ein Forum zu schaffen, in dem Menschen aus Projekten und Prozessen erzählen. Mittenraus!
Nicht workshops oder Seminare, sondern Berichte und kleine Einführungen.
Irgendwann saß Anna Maria, meine derzeitige Gastgeberin, in meinem Wagen und erzählte von ihrer Zeit in einem Kibbutz in Israel, über das Gemeinschaftsleben und ihre Erfahrungen. Ich habe sie gebeten uns von dieser so sehr berührenden und schönen Zeit zu erzählen.
Julian erlebt gerade ein Jahr PeaceProject. Er wird von diesem Orientierungsjahr für junge Menschen berichten und uns mitnehmen, auf die Reise, vorwiegend über Land, nach Kenia, wo er ein halbes Jahr in einem permakulturellen Projekt verbringt.
Angelika erzählt über ihre Erfahrungen in einer Polyamourösen Beziehung.
Sie hat ihr kommen mit ihrer Gitarre zugesagt, so wie Shakti Devi, die am Sonntag abend ein Mantrakonzert spielen. Ich freue mich auf eure Musik.

Geplant sind noch Beiträge zur Postwachstumsökonomie, Gemeinschaftsbildung im Alltag, Verhalten und Zusammenleben von Wölfen…..
An einem Tag werden regionale und überregionale Initiativen und Projekte auf dem “Markt der Möglichkeiten” den Raum haben zu Zusammenfinden und Austausch.
Eine Wishbowl würde ich sehr gerne anbieten. Vier mittlere Plätze werden wechselnd von Menschen besetzt, die zu einem gewählten Thema etwas beitragen oder sagen möchten. Wer möchte kann jederzeit einen Platz einnehmen und sich am Gespräch beteiligen. Blickwinkel und Gewichtung wechselt ständig. Eine Kampffreie Methode der “Diskussion”, wobei diese
An allen drei Tagen gibt es *Kleinere Permakulturelle Projekte* und Werkeleien zum mitmachen:
-Gemeinsam eine kleine PflanzenKübelKläranlage bauen, Wasserversorgung (Regenwasser sammeln, filtern, nutzen)….
-Sitzplätze und -landschaften und Möbel fürs Wäldchen aus Kisten und Paletten.
-Räucherwerk und Weihrauch selber herstellen.
-Spirituelle und heilende workshops wie Medizinrad legen, Shiatsu, Klangyoga, Schamanische Reise, sind in Planung.
Für vieles ist noch Raum. Wenn Ihr Lust habt, werdet Reisebegleiter, lasst uns Geschichten teilen, Impulse, inspiration und Orientierung sein und geben, voneinander lernen.

Danke an Manuel, für Deine Geduld und diesen schönen Bunterkunten Flyer.
Danke an Manuel, für Deine Geduld und diesen schönen Bunterkunten Flyer.

Es sind noch viele Dinge möglich, viele Themen und Ideen denkbar. Die Themen Nahrungsmittel und Ernährung, Gemeinschaftsbildung, Upcycling, Geldfreiheit, Dragondreaming…
In den nächsten Tagen stelle ich einige Menschen und ihre großartige Mitwirkung und Teilgabe auf dem Weg zum Morgenland hier vor, um euch schon Lust auf dieses PfingstZusammenkommen zu machen.
Also Ihr Guten, ein Update folgt in Kürze!
Geniesst diese wundervollen Tage und sucht schon mal nach Zelt und Schlafsack für die Pfingstnächte im Wald.
Jens

“Wir müssen mehr Freunde sein” Helme Heine

“Ja” ist aller Anfang!

“Wer will findet Wege, wer nicht will findet Gründe”

Als letztes, vornangestellt:

Ein Tag vor Heiligabend! Morgens, Elf Uhr! Ich liege noch im Bett, am offenen Fenster, trinke Tee und rauche eine Zigarette. Wie sehr ich das genieße, mit schönen Gedanken an die Liebste, mit dem weiterkreieren meines Lebens.
Eine leichte Unruhe habe ich gerade gespürt, lasse sie einfach durchziehen. Was für eine Unruhe? Alle um mich herum sind irgendwie in Vorbereitung. Die to do Listen sind noch lange nicht abgearbeitet, letzte Einkäufe, Ordnung machen, backen, Baum aufstellen, kochen, dies das jenes. Rein in den Trubel.
Ich mache garnichts!
Ich erinnere einen Druck, der sich unaufhaltsam steigert, der an den Tagen vor Weihnachten kein Ende erkennt.
In den letzten Jahren war es ein Wettlauf zur Krippe. Im Laden brach an den letzten Tagen vor dem Fest regelmäßig der Wahnsinn aus….das Buch ist nicht mehr rechtzeitig da, sie haben mein Weihnachtsfest zerstört! Mein ganzes Leben!

Im Moment freue ich mich auf Zeit mit meiner Familie! kaffeesieren, chillen, erzählen, spielen! Natürlich: Halt mal kurz! Das Känguruspiel!

Ich habe angefangen, innerhalb mehrerer Tage, ein paar Gedanken aufzuschreiben.
Inzwischen war noch soviel mehr in den letzten Tagen. Unter anderem hatte ich am Tag der Wintersonnenwende eine tief spirituelle Erfahrung.
Während eines Wintersonnwenderitual, von dem uns Peter erzählt hat. Ich habe es gemacht, um den Zeitraum der Wende um 11:46 am 21. Dezember.
Ich konnte sehr intensiv eine Verbindung spüren, die weit über alles hinausging, was vorher da war. Es strömte durch mich und verband mich von einem Punkt tief in der Erde mit einem Punkt hoch in den Sternen. Es war unbeschreiblich klar! Von beiden Punkten bekomme ich meine Kraft und ich verbinde beide Punkte. Alles durchwebt Alles. Ich spüre klar und deutlich, daß ich ein Grenzgänger bin.
Beruf: Grenzgänger!
Ich kenne beide Seiten sehr gut!
Mit diesem, sehr starken Gefühl gehe ich in die Weihnachtszeit. Morgen, Heiligabend, bin ich Vormittags noch im Laden. Das ist immer Schön! Die Weihnachtstage verbringe ich mit meiner Familie. Wir werden Spielen, Essen, Chillen! Ich freue mich drauf. Und im Januar geht es für mich dann richtig los. Auf in eine lebenswerte Welt! Ich freue mich auf alle Aufgaben, die sich mir stellen, und ich bin gespannt auf die Lösungen, auf dem Weg in die Geld- und Geschäftsfreie Zeit.
Ich wünsche Euch allen eine geruhsame, entspannte und lichtvolle Weihnachtszeit. Genießt das!

Anfang:

Lange habe ich mich gefragt, wo soll ich anfangen. Am Anfang wäre eine Antwort. Die richtige Antwort aber ist “Jetzt”! Ich schiebe alles viel zu lange vor mir her und es wird immer mehr. Ich habe kurz vor Berlin aufgehört zu schreiben, vieles ist passiert, viele Menschen haben meinen Weg gekreuzt, oder ich ihren Weg. Und jede und jeder hat seine Spur hinterlassen, mir Impulse gegeben.
Also ich fange Jetzt mit Jetzt an.
Ich liege auf meinem Bett, es läuft Ayo. Ich habe mein Tablet mit der Bluetoothbox verbunden bekommen und höre heute mal seit langer Zeit wieder Musik.
Sonst singe ich wieder sehr viel. Das hat mit meiner Ankunft hier erstmal etwas nachgelassen, jetzt kommt es wieder. Überhaupt öffnet die Nähe zum draußen, das Mitten in der Natur sein, viele Türen bei mir. Ich komme so wunderbar zu mir, tief an meine Gefühle. Alles ist stimmig. Es gibt oft Momente hier, da bleibt die Zeit einfach stehen. Das gibt mir viel Kraft und Erfüllung.
In dieser Woche hat mich Lene an vier Tagen in den Dienstplan eingetragen.
Montag, Dienstag, Mittwoch und dann noch mal Samstag. Das ist schon wieder recht sportlich. Glück sei Dank spüre ich unmittelbar, wenn wieder diese Unrast einsetzt, dieser Druck, das getrieben sein. Alleine das sofort zu spüren reicht, daß es sich schnell auflöst. Ich entwickle eine Geldunverträglichkeit und Geschäftsallergie.
Und dahin geht mein Weg! Raus aus Geschäften, weg vom Geld. Wie? Ich werde sehen!

Jedenfalls wohne ich jetzt im Bauwagen und ich fühle mich in ihm absolut richtig. Es gab vor einer Woche einen Punkt, an dem ich merkte, es geht nicht weiter, der Winter kommt und es sind noch einige Baustellen. Dann hatte ich plötzlich den Impuls, öffentlich über Facebook zu fragen, ob jemand mir helfen kann, die Zinkdachrinnen zu löten und anzubringen, und den Edelstahlschornstein aufzustellen. Die Resonanz war überwältigend. So haben wir zu siebt am Samstag beides erledigt und zusätzlich die alte Tür gerichtet, so daß sie nun schließt.Stefanie, die einige Kilometer hingelegt hat, um dabei zu sein, hat noch eine Seite streichen können. Tanja und Timo haben die allererste Wagensuppe gekocht. Leute, war die lecker und scharrrff, von zwei selbstgezogenen Zitronenchilli, ein Geschenk meiner Kollegin Lene. Ich habe noch mehrere Zweige mit Früchten, die ich in Öl einlegen werde.
Ich beginne auch langsam, mich auf meine Geldfreie Zeit einzustellen, die jetzt beginnen wird. Nicht adhoc, aber zügig. Ich habe noch das Geld, um den Wagen Energieautark zu machen. Dann ists vorbei. Das bedeutet ich werde wohl noch im Winter das Auto verkaufen. Und das war es dann.
Jetzt muß ich langsam beginnen, zu schauen, woher ich mein nötiges Essen bekomme. Ich setze auf Lebensmittel, die ich irgendwie vor der Mülltonne retten kann.
Ich weiß ja, genausoviel, wie wir in Deutschland essen, werfen wir eins zu eins weg, vernichten es einfach! Ohne daß jemand etwas davon hat. Den einzigen Zweck, den dieses Essen hat, ist, die Erde noch mehr auszuplündern, auszumergeln, den Schadstoffgehalt der Atmosphäre immer weiter hochzujubeln.
Keiner wird etwas dagegen haben, wenn ich es esse. Oder? Wir werden sehen….
Ich werde regelmäßig in kurzen Abständen wieder berichten. Ulrike hat es sich gewünscht. Und ich wußte plötzlich nicht mehr, worauf ich eigentlich gewartet habe, warum ich nicht längst schreibe.
Also gut.

Ich beginne heute.

Heute war der Trauergottesdienst für meinen Nachbarn Guiseppe. Er ist, wie ich ein Februarkind, nur ein Jahr jünger als ich, als er in der letzten Woche in Der Folge zweier, kurz hintereinander folgender Herinfarkte starb. Seine beiden Kinder genauso alt wie meine. Heute ist mir bewußt geworden, daß ich einen wichtigen Menschen verloren habe, einen Freund. Es war immer eine Verbindung da, obwohl er eigentlich keinen Raum dafür ließ. Er hat täglich von Morgens bis spät in die Nacht in seinem Eiscafé verbracht. Sieben Tage, ohne Freien Tag, elf Monate im Jahr. Morgens um Neun hat er aufgeschloßen und nachts um zwei hörte ich in meinem Zimmer noch die Eismaschine.
Ein Herzinfarkt kommt oft vor, das ist wahr. Aber nicht während einer unangemeldeten Steuerprüfung, in der zehn Leute den Laden stürmten, die Gäste aufforderten zu gehen.
Guiseppe hat das so aufgeregt, daß er es nicht überlebt hat.
Ich habe Jahrelang meinen Laden gegenüber seines Cafés betrieben. Wir haben oft fast um die Wette gearbeitet. Wenn wir dann noch ein Pläuschchen hielten, schimpften wir oft einvernehmlich über die Ungerechtigkeiten und die Herzlosigkeit, lachten über die Bemühungen von uns Menschen, unser Mensch sein zu definieren.
Er war ein ungewöhnlich gutes Herz.
Das größte für die Kinder war es, wenn die ganze Klasse an den letzten Schultagen einen Ausflug zum Eiscafé machten. Kurz vor den Sommerferien kam eine Klasse nach der anderen, um die Klassenkasse auf den Kopf zu hauen. Er hat dem Ort 26 Jahre das Weltbeste Eis geschenkt.
Sein Sohn Matthia hat am Freitag das restliche Eis verschenkt. Das Eiscafé war voll. Viele waren dankbar, für eine letzte Kugel ihrer Lieblingssorte, für diese wunderbare Möglichkeit Abschied nehmen zu können.
Guiseppe hat mich auch bei meinem Lauf unterstützt.
Sein Tod hat mich sehr tief berührt und erschüttert. Es waren viele Ähnlichkeiten bei uns.
Und es ist auch ein Gefühl der Erleichterung da, ein ganz persönliches, die Bremse getreten zu haben in diesem Überlebenskampf. Etwas hart zwar, aber konsequent.
Und es ist noch immer ein befreites Gefühl.

So es ist Sonntag, in mir dreht es. Ein Tag der Besinnung. Meine intime Innenschau.
Fragen Fragen Fragen Fragen….
Ich verlege mich auf die Erstellung einer todoListe all der kleinen und großen Dinge, die in nächster Zeit anstehen:

Laden:
– Mehrere Schichten wöchentlich bis Januar, ab jetzt steigende Tendenz. Schön wieder da zu sein!
– Ein Ladengeschäft haben wir im Auge, in das bökers übersiedeln kann. Die Situation im alten Haus ist weiterhin unsicher. Wir möchten alle, das die Buchhandlung in Wildeshausen erhalten bleibt! Darein möchte ich meine Energie auch noch setzen. Obwohl ich am Anfang des Jahres gerne die Verantwortung abgeben möchte. Ob es gelingen kann, so kurzfristig einen Kollektivprozess in Lauf zu bringen, werden wir sehen. Oder ob ich den Laden einfach jemandem überschreibe, der ihn weitermacht? Jedenfalls hängt in dem ganzen Finanzkonstrukt auch unser Haus, das ich gerne Birgit übergeben möchte. Das geht aber erst, wenn der Laden nicht mehr auf mich läuft, denn der ist eine Sicherheit für die Bank.
– Ein Telefonat mit Artabana. Das ist eine solidarische Gesundheitsversicherung. Sie ist Deutschlandweit in Gemeinschaften, also solidarisch organisiert und greift bei größerem Kostenaufwand weiter, auf mehrere Gruppen. Höhere Kosten tragen dann viele Gemeinschaften miteinander. Die nächste Gruppe ist in Ganderkesee, wohin ich dann einmal monatlich zu einem Treffen fahren müßte, was für alle verbindlich ist. Ich werde auch darüber weiter berichten.
– Meine Krankenversicherung werde ich kündigen.
– 2 bis 3 Raummeter Holz brauche ich wohl für den Winter noch. Darum muß ich mich noch kümmern. Dafür ist noch ein wenig Geld da.
– Meinen Kontostand muß ich bei der Bank nachfragen. Ich habe kaum einen Überblick über meine Finanzen. Das Interesse daran kommt mir abhanden. Eine BankKarte habe ich nicht mehr, seit ich vor eineinhalb Jahren losgegangen bin. Das macht alles umständlicher. Ich muß ermitteln, wieviel Geld noch da ist um im Frühjahr den Wagen Energieautark zu machen. Ein Gespräch mit meinem Elektrikmeister steht an, um die Größe der Anlage und die Kosten zu besprechen. Leider fehlt mir das Verständnis für diese Basteleien und Tüfteleien. Ich hoffe Wind mit Sonne mischen zu können.
– Ein kleines Stück Regenrinne fehlt noch an einer Seite. Thomas und Roman wollen sie in eineinhalb Wochen anbringen. Ich freue mich so sehr, daß sie es ein wenig in die Hand genommen haben. Und ich freue mich auf unseren gemeinsamen Wuppundwerkeltag. Es war so großartig, daß sie und ein paar weitere wundervolle Menschen der Einladung zum Wupp-, Werkel- und Tüdeltag angenommen haben, am vorletzten Wochenende. Wir haben von Vormittag bis Abends einige kleine und große Aufgaben am Wagen erledigt. Stefanie ist fantastischerweise zu Besuch bei einer Freundin gewesen, dreißig Kilometer von hier, und hat die Gelegenheit zum gemeinsamen kennenlernen genutzt. Ihr habe ich die rotfarbige Bestreichung, der alten Eingansseite zu verdanken. Flo, wie wir rausfanden, sind wir entfernt aber sehr nah verwandt, hat es geschafft mittels einer hölzernen Auflage, den Doppelwandigen Edelstahlschornstein aufzustellen. Der Ofen zieht jetzt gleichmäßig und verbrennt sehr effektiv. Und das Kondenswasser läuft nicht mehr in den Ofeninnenraum. Thomas und Roman haben glücklicherweise die Regenrinnen in die Hand genommen und angebracht. Tanja hat zusammen mit Timo die fabelhafteste Wagensuppe gekocht, schön scharf, das Beste nach einem schaffensreichen Tag, nahe der Frostgrenze. Ich bin völlig begeistert von diesem gemeinsamen Tag.
– Um eine Tretwaschmaschine werde ich mich noch kümmern. Eine moderne Tretwaschmaschine wird mir in den nächsten Jahren mit weniger Aufwand als ein Waschbrett meine Wäsche reinigen und befrischen.
– Auch einen Schiffsausrüster werde ich noch besuchen, um nach einer Fußpumpe für das Fießende Wasser zu schauen, die keinen Strom braucht.
– Meinen Elektriker werde ich besuchen. Er hat sicherlich schon herausfinden können, wie ich im Frühjahr den Wagen Energieautark ausrüsten kann. Zwischen zwei und vier KW wären schön. Für vier KW ist es wahrscheinlich finanziell schon zu eng. Vier KW wären aber gut um Küchenmaschinen zu betreiben und mehrere Tage ohne Sonnenlicht auszukommen. Aber die genauen Preise wird er, berechnet auf meine Wünsche, schon haben. Dann werde ich sehen, was geht.
– Geh ich noch mal zum Zahnarzt und lass ihn das, was er angefangen hat, zu Ende machen? Eine Gewissensfrage!
– Für den Start der Vegan-Zeit möchte ich mir über einige Dinge klarer werden und noch genaue Informationen über zB Vitamin B12 einholen. Sollte ich einmal den Speicher aufladen, um dann in eine natürliche B-12 Bevorratung zu kommen?
– Sollte ich mir noch Rasierklingen auf Vorrat kaufen?

So viele Fragen

So ist noch viel zu tun. Aber in erster Linie möchte ich wieder diesen Blog weiterführen und beschreiben, wie es weitergeht in diesem Prozess in ein Konsum- und möglichst Geschäftsfreies Leben. Ich nehme es nicht mehr hin, wenn es heißt, es ginge nicht! Ich suche einen Weg und freue mich über Alle, die daran teilhaben möchten und auf welche Art auch immer Teilnehmen und -geben.
Am Wochenende bekomme ich erst einmal wundervollen Besuch, und in der nächsten Woche gehe ich konkrete Schritte in Richtung “Raus aus dem Kaufsystem – freie Bahn für Vertrauen!”
Ich freue mich auf einen weiteren Schritt in ein minimalistisches Leben!
Ich bin gespannt, was mir begegnet….

Fußnote
Ich habe jetzt einige Tage gebraucht um mich durchzuringen diese Aufzählungen, jetzt zu veröffentlichen. Ich nehme dieses Gedankengewusel jetzt als Anschluß und hoffe damit wieder in regelmäßige und sortiertere Berichte zu finden.
Ich selber nutze die Zeit gerade zum Sortieren, backen, denken, fühlen, lieben, genießen…Ich freue mich momentan an jedem Moment.
Ich freue mich hier zu sein, auf dieser wundervollen Welt, in meinem wunderbaren Leben. Was für ein irres Geschenk.
Ein Geschenk, das es wert ist ins Leben zu finden und genossen zu werden.
Nichts hindert mich nur noch zu genießen und alle, die sich Druck und Wahnsinn weiterhin hingeben wollen, einfach machen zu lassen.
Aber ebensogut kann ich dabei eine schöne Zukunft kreieren.
Was für ein wunderschönes Leben!
Danke möchte ich laut rufen

Unter der Fußnote….eigentlich: hinten angestellt, anstatt oben über “als letztes vorangestellt” als Krönchen…als Schritt:

Wieder fühle ich mich einen Schritt weiter und spüre wie es verwischt. Die Schritte passieren von alleine, ich habe das Gefühl, selber der Weg zu sein. Ich sehe keine einzelnelnen Schritte mehr. Es ist in mir zur Bewegung geworden, endlich in Gang gesetzt.

“Parantantatam. Etwas möchte beginnen, etwas möchte von außen nach innen, etwas möchte von innen nach außen, Etwas möchte sich mit etwassen austauschen.”
Käpt’n Peng

“Stützräder ab und Leinen los. Gib Dir nen Stoß. Du bist der Fluß und nicht das Floß”
Auch wieder Käpt’n Peng

image

Noch Sieben Tage!

Liebe Lebenslaufbegleiter, -Interessierte, -Freunde…..!
Heute in sieben Tagen werde ich wieder nach Harpstedt kommen.
Ich sitze vor einem Bauwagen in einer Gemeinschaft in Kummasel/Wendland
und fühle mich gut und allem gewachsen, was da auf mich zu kommt!
Seit Tagen beschäftigen mich einige Fragen….Wie wird es weitergehen? Was kommt dann? Wie wird der Film, wird er dem Thema, mit dem ich unterwegs bin, gerecht? Ist all das möglich, von dem ich so überzeugt bin? Werde ich einen Weg finden, eine Grundlage schaffen können, weiterhin Geldfrei zu leben, einen freien Raum zu schaffen?
Wie wird das Wiedersehen? Worauf freue ich mich noch, worauf nicht mehr? Wie schmal ist der Grad, zwischen Freiheit und Zwängen?
Welche Aufgaben warten auf mich?
Es ist vieles geschehen, im letzten Jahr, wovon ich nicht berichtet habe, nicht fähig war zu berichten, was erst sacken muß, bevor es stimmig im Gesamtbild seinen Platz findet.
Vieles hat sich so anders entwickelt, wie erhofft, oder erwartet.
Von einem schnell gefaßten, fast naiv anmutenden Entschluß ist ein sehr komplexes Unterfangen geworden, das sich auch mir erst nach und nach erschließt, entblättert.
Vieles, was ich mir vorgenommen hatte, konnte ich nicht so ausführen, wie ich dachte. Das Jahr war vollgefüllt und ist so schnell vergangen.
Gelesen habe ich wenig, Veranstaltungen sind nicht wirklich zustande gekommen. Die Zeit oder das Netz fehlten ständig um die “Büroarbeiten” zu erledigen.
Die Steine habe ich nicht rausschicken können. Ich hoffe, niemand nimmt es übel. Ich überlege mir etwas anderes Schönes für Euch.
Eine Einladung ans Lagerfeuer, mit Geschichten und Liedern, mit Freunden…..?
Das Reisetagebuch wollte ich heute morgen noch schnell aktualisieren, aber auch jetzt fehlt der ruhige Platz.
Berlin….Siebenlinden….Wendland.
Ich werde es nachschreiben, sobald ich einen ruhigen und geschützten Raum habe!
Die Gemeinschaften werde ich sehr bald noch einmal gesondert beschreiben, auch da wird jetzt erst das Bild runder!

An dieser Stelle möchte ich noch einmal allen Danken, die diese Expedition für mich haben möglich werden lassen. Ich danke Euch für dieses Jahr, für alles, was ich erfahren konnte, für alle Menschen denen ich begegnet bin, für alle Fürsorge und Unterstützung.
Für die grenzenlose Gastfreundschaft.

331. Sa 30.04. Berlin ……….
…….
346. So 15.05. Berlin Scheinbar
347. Mo 16.05. Berlin
348. Di 17.05. Halbensleben
349. Mi 18.05. Gardelegen
350. Do 19.05. Siebenlinden
351. Fr 20.05. Siebenlinden
352. Sa 21.05. Siebenlinden
353. So 22.05. Dambeck. Kloster Dambeck
354. Mo 23.05. Blütlingen
355. Di 24.05. Güstritz Rundling
356. Mi 25.05. Güstritz
357. Do 26.05. Meuchefitz Reiner
358. Fr 27.05. Kummasel
359. Sa 28.05. Kummasel
360. So 29.05. Celle
361. Mo 30.05. Rehtem
362. Di 31.05. Sulingen
363. Mi 01.06. Sulingen
364. Do 02.06. Heiligenloh
365. Fr 03.06. Heiligenloh
366. Sa 04.06. Wildeshausen
367. So 05.06. HARPSTEDT

Tag 294 bis 330 – Teil 2 – Einhörner und Erwartungen

Als Ich In Berlin heute ankam, setzte ich mich erstmal auf eine Bank in der ufaFabrik, mitten in Berlin. Susi hat mich mitgenommen. Ich ließ mich von ihr noch zu einer veganen Linsensuppe einladen. Die schönen Tage in Schlalach sind Erinnerung, wie so vieles andere. Ich gehe weiter. Ich weiß noch nicht, wo ich die Nacht verbringe. Und auch nicht, wann und was ich heute esse. Und es fühlt sich unglaublich gut an.

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Denn ich weiß, das es schon entsteht. Und wenn keine Sorgen meine Aufmerksamkeit belegen, kann ich es sogar spüren.
Und ich bin gespannt und freue mich jedes mal darauf, wenn es sich offenbart, es zu entdecken.
Inzwischen, Drei Stunden später liege ich auf meinem Nachtlager auf einer Turnmattein der Akrobatikschule von Peter.

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Ich bin heute nach Berlin gekommen. Leider nicht hineingewandert, wie ich es eigentlich vorhatte, sondern im Auto meiner Gastgeberin der letzten Tage.
Angekommen, habe ich Peter getroffen, dem ich Grüße von Vanessa ausrichten sollte…
Peter lebt hier seit 37 Jahren und ist einer der Besetzer dieses Geländes und Gründer. Die Akrobatikschule betreibt er fast genauso lange.

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Hier versuche ich also jetzt die wichtigen Stationen der letzten Wochen kurz anzuzeichnen, um dann endlich wieder auf aktuellem Stand zu sein.
….von Zeven nach Hilburghausen wo ich auf Schloß Weitersroda einige Tage zu Gast war. Dort habe ich Fabian kennengelernt. Er und Nadine haben mir einen schönen Wohnplatz umgeben von rosa Einhörnern in einem Prinzessinnenzimmer in Leipzig zur Verfügung gestellt.
Ungefähr zehn Menschen leben im Schloß Weitersroda, das Prinz Chaos, Florian Kircher vor fast zehn Jahren Erworben hat, in Gemeinschaft.

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Daniel, Basti und Melanie legen einen Permakulturellen Garten an. Daniel stellt EM her und nährt und beschleunigt damit den Bokashi-Kompost. Der Prinz ist Sänger und Kabarettist, und moderiert wöchentlich eine Radiosendung bei Radio Lotte.

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293. Tag….Den Weg von Schloß Weitersroda nach Schloß Tondorf legte ich per Anhalter zurück. Nachdem ich auf einem Wall gesessen habe um die Trampstelle zu beschauen stand ich über eine Stunde in bester Stimmung an der Straße, aber niemand nahm mich war. Ich wünschte mir eine Mitfährt, aber wieder geschah nichts. Plötzlich bemerkte ich, daß ich mein Tablet nicht da hatte und erschrak. Es lag oben auf dem Damm. Ich bedankte mich, mit etwas Tabak, ging wieder an die Straße und sofort hielt Angela und nahm mich mit. Ich erzählte ihr diese wundersame Geschichte, sie freute sich mit und verstand, was da passiert war. Täglich erlebe ich so viele Wunder. Sie geschehen in den Zeiten eines klaren “Ja”, ganz natürlich und in einer Tour, aber auch in den Momenten, in denen ich völlig mutlos bin, wie um mir zu sagen, “mach Dir keine Sorgen, es ist alles da, lass los und vertraue. Und das tue ich. Nur “ich will jetzt aber unbedingt” funktioniert kein bisschen. Das bleibt unerfüllt. Von Schloß Tonndorf nach Weimar, Jena, Chemnitz, Leipzig.

Am 296. Tag kam ich nach Weimar, mit einer Adresse einer Frau in einer WG. Alle im Haus waren ausgeflogen und ich fand mich bald, es war schon angebrochene Nacht, im “Falken” wieder, einer Kneipe im gleichen Haus. Dort überdachte ich meine Möglichkeiten, als Nadja an meinen Tisch kam und mich zum Bier einlud.

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Ich war dann einige Tage als Gast in ihrem Bauwagen, auf ihrer Parzelle. Dort habe ich mich sehr wohl gefühlt, habe ab und zu Besuch bekommen, von Nadja und Ihren Kindern, Noah und Devi. Diese Begegnung hat in mir viele neue Gedanken ausgelöst. Die einsamen Tage in diesem Gärtchen konfrontierten mich mit alten Themen: meine Offenheit, meine Wahrnehmung, Sehnsüchte und Erwartungen. Immer wieder geht es zurück auf Vertrauen.
Wenn ich mir nicht vertraue, wie kann ich anderen dann Vertrauen?
Wie es in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.
Die kurzen, aber intensiven Gespräche mit Nadja haben mich sehr aufgerüttelt, wachgechüttelt.
Noah und Devi haben derweil immer mein leibliches Wohl im Auge gehabt und mich wunderschön umsorgt mit Smoothies und Schokolade! Lecker!
Die Tage in Jena habe ich bei Nadine und Boris verbracht. Hier habe ich Hannes kennengelernt, mit dem zusammen wir ein wenig an seinem Film fürs Geodome gewerkelt haben.
In Chemnitz habe ich Marlene besucht, eine Freundin meines Sohnes. Das waren auch interessante Tage in dieser WG. Mit ihrem Mitbewohner hatte ich ein Gespräch über “Prepper”, das ist abgeleitet vom englischen Wort prepare….vorbereiten. Die Prepper bereiten sich auf ein Leben nach einer Katastrophe vor, von der sie überzeugt sind, daß sie einsetzen wird.
Ich habe oft das Gefühl, ich bin der einzige, der an die Möglichkeit einer friedlichen Beendigung dieses Systems des Kampfes und der Angst glaubt. Ich bin sicher, daß wir es möglich machen könnten.
Diese Gespräche zeigen mir sehr viel. Ich sehe, wie weit die Hoffnungslosigkeit schon fortgeschritten ist. Wie gefangen jeder doch in dieser Hoffnungslosigkeit ist.
In Leipzig habe ich einige wunderbare Menschen kennenlernen dürfen.

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Neben dem Haus, in dem Fabian und Nadine mit ihren Kindern leben, ist ein Gemeinschaftsgarten entstanden.ein Kistengarten mit über 150 Kisten, in denen Gemüse und Kräuter wachsen. Bauhaus, Außenküche und schöne einladendende Ruheinseln locken viele Menschen an, die alle schnell dabei sind, die Setzlinge vor schnellwachsenden Wildkräutern zu Schützen. Das gezupfte Kraut, die Miere und Melde, und wie sie alle heißen, habe ich teilweise gleich gegessen. Der Verein betreibt auch Gewächshäuser, um damit die Mitglieder ausreichend versorgen zu können. Ein tolles Projekt.

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Während meines Laufes ist in Wildeshausen ein Gemeinschaftsgarten entstanden. Einige Aktivisten haben ein Grundstück in Nähe des Zentrums gestellt bekommen und bebauen es nach permakulturellen Gesichtspunkten. Das zu besuchen und vielleicht dort mitwirken zu können, darauf freue ich mich schon jetzt.
Aus Leipzig bin ich herausgewandert, gegen Abend mitgefahren, bis Bad Düben, wo ich vor der Schlafplatzsuche kurz das “Hotel National” betrat, um nach etwas Brot zu fragen. Eine Einladung vom Seniorchef war die Folge. Er setzte mich zu Raphael und Stefan an den Tisch, mit denen ich gleich in gutem Gespräch war. Als ich gehen wollte, überredete mich der Senior, ein gutherziger Mann im Sakko, einen überdachten Platz im Hotelgebäude zu beziehen. Ich war glücklich darüber, weil es nach Regen aussah, und gerade hatte ich meine Isomatte aufgerüstet, da kam Stefan zu mir und sagte, er hätte mir ein Zimmer gebucht, mit Dusche und Frühstück! Was für ein Riesengeschenk! Jens im Glück! Unter solchen Menschen fühle ich mich gut aufgehoben und sicher.

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Am nächsten Tag, als ich Bad Düben verließ, ich war noch nicht aus dem Ort, las mich Annette auf und lud mich zu sich zum Kaffee ein. Auch die Gespräche und die Verbundenheit taten gut. Sie schenkte mir eine ordentliche leckere Wanderverpflegung und so kam ich gut gestärkt nach Wittenberg.
Dort angekommen am Schloß lernte ich sofort Kristina kennen, die mich zusammen mit ihren Freundinnen Tabea und Alina, und zwei Mitabiturientinnen, deren Namen ich leider vergessen habe, in ihre Lieblingskneipe einlud, und mit sehr interessierten Fragen ein schönes Gespräch in Gang setzte. Wieder so wundervolle junge Menschen, mit schönen Gedanken zu unserem Dasein und einer gemeinsamen glückliche Zukunft und lebenswerte Welt. Mit viel Hoffnung.

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Ich spüre, ich möchte diesen jungen Menschen all meine Energie geben und dabei helfen, unterstützen.
Unsere Vorstellungen sind sehr nah beieinander. Es war ein wunderschöner und sehr überraschender Abend mit wundervollen Frauen.
Von Wittenberg zu Fuß zum Königreich Deutschland. Dort wurde ich empfangen und konnte zwei Nächte alleine in einem Krankenzimmer verbringen, auf einem verlassenen Gang. Der Sieben-Betten-Saal war fast identisch mit dem in Bassum, in dem ich die Wochen nach der Operation meines bereits durchbrochenen Blindarmes lag.
Das Königreich hat in der Organisation und Aktion einige sehr interessante Ansätze. Darüber werde ich noch genauer berichten, wie auch über alle andren Gemeinschaften, die ich auf meiner Tour besucht habe, nach Beendigung meines Laufes.

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Von Wittenberg bin ich in eine weitere Gemeinschaft aufgebrochen, ins Zegg. Auch dort setzte ich mich erst einmal und ließ mich finden! Ich verbrachte dort eine Nacht und traf am nächsten Tag Hannes, der mich dort abholte um einige Tage mit mir zu gehen.

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Von Bad Belzig bis Brück und Schlalach zu Michelle und Susanne sind wir gemeinsam gewandert. Hannes fuhr nach fünf Tagen und ich blieb noch kurz und genoß das kleine Stückchen Heimat.

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Und dann kam Berlin….

Tag 294 bis 330 – Teil 1 – vegan und verbunden

“Kein Gott- Kein Staat- Kein Fleischsalat”

Im Laufe meiner Wanderung entdecke ich eine tiefe Spiritualität in mir, bisher unbekannte Räume, fühle mich immer mehr verbunden mit Allem. Es ist ein tieferes Vertrauen, als ich es bisher kannte, es ist ein Hingeben und Annehmen.
Mich verläßt endlich mein “etwas Wollen, hinbiegen, forcieren”.
Eine Dynamik ergreift und trägt mich. Ich gehe weiterhin nur mit.
Wenn ich unterwegs bin, und ein Bedürfnis habe, öffne ich dort, wo ich bin, einfach nur einen Raum, aus dem ich einen halben Schritt heraustrete, so daß Platz ist, für das was sich einstellen will.
So bin ich im Schloß Tonndorf angekommen, und habe mich auf dem Menschenleeren, abendlichen Schloßhof auf eine Bank gesetzt, ohne irgendetwas zu wollen.
Es hat nur Minuten gedauert, da kam Robert, einer der Bewohner der Gemeinschaft auf mich zu und lud mich ein zu bleiben. Es war Mögen auf den ersten Blick. Drei Nächte durfte ich, dank Robert und Nadine in diese Gemeinschaft hineinspüren.
Ich bekomme in den letzten Wochen in den vielen Gemeinschaften, einiges über Umgang mit Konflikten, Entscheidungsfindung und anderen Mitmenschlichen Prozessen mit. Viele Gedanken, Bilder und Ideen stellen sich dazu ein.

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Jetzt bin ich gerade mit Hannes unterwegs. Auch zwischen uns gab es einige Augenblicke mit verschiedenen Ansichten und Herangehensweisen.
Zum Beispiel standen wir an einer Weggabelung und hatten verschiedene Wünsche. Ich wollte noch ein paar Kilometer weiter zu einer Gemeinschaft gehen, deren Adresse ich im Zegg von Almut bekommen habe. Hannes wollte eine Schutzhütte ansteuern und das Feuer vorbereiten.
Da wir uns nicht einigen konnten, warfen wir eine Münze und ich verlor. Ich habe mich dann sofort auf den Abend mit Hannes am Feuer freuen können. Und es ist ein wunderbar harmonischer und stimmiger Abend geworden.

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Wir haben Äste zusammengetragen und in für in Lagerfeuer tauglicher Größe gestapelt, einen Feuerplatz auf Sand, den wir mit Hilfe einer Plane von einem nahen Haufen holten, errichtet und entzündet. Ein wärmendes Licht, am Ende eines Wandertages, die aufgebauten Schlaflager drumherum, ein Fläschchen Bier zu unserem Wohl. Selbst die Polizisten, die direkt an unser Feuer gefahren kamen, auf der kleinen Lichte am Anfang des Waldweges an der Schutzhütte, sie waren freundlich und erlaubten uns weitere eineinhalb Stunden lang Holz nachzulegen. Mit den Worten, sie hätten sich überzeugt von der vorbildlichen Art der Feuerstelle, wir sollten uns auf sie berufen, gingen sie und wir hatten das Gefühl, sie wären vielleicht gerne in unserer Welt geblieben und hätten sich dazugesetzt.
Und überpünktlich löschten wir unser Feuer und krabbelten in unsere Schlafsäcke.
Hannes wollte lieber eine halbe Stunde eher als ich das Feuer löschen. Ich wollte die geschenkte Zeit voll auskosten.
Ein anschließendes Gespräch über das herausfordern des Glücks, das uns begleitete und leitete, mich auf meinem Weg schon seit Monaten, über das Vertrauen und Verlässlichkeit ließ mich wieder unglaublich viel über mich lernen. Und auch über den Umgang mit den Dingen und Herausforderungen des Lebens.
Hannes und ich sind im Augenblick zu Gast bei Susanne. Und bei Michelle, die zwar in unserem Gastlichen Heim nicht wohnt, die uns dennoch irgendwie genauso aufgenommen hat. Michelle und Susi pflegen eine tiefe offene Verbundenheit und arbeiten zusammen in Susis veganem Kinderheim “Manuka” in Brück. Uns empfängt hier eine tief vertraute und fürsorgliche Atmosphäre.

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Obwohl auch die Tierhaltung im vegan ausgerichteten Verständnis keinen Platz hat, so wie jegliche andere Ausbeutung von Lebewesen durch den Menschen, gibt es in Manuka einige gerettet Tiere, die hier ein sicheres Heim bekommen. Iwan ist eines der zwei Schweine auf dem Hof, neben den Pferden und Ponys. Die Pferde werden nicht geritten und Iwan schläft Mittags am liebsten auf Susannes Schoß ein.

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Hannes ist in den letzten Tagen voll auf Planungsmodus. Er ist einige Tage mit mir unterwegs, um eine Pause einzulegen in der Planungsphase seines earthship. Seine Planung eines Geodomes in Äthiopien ist ein weit fortgeschrittenes und sehr vorbildliches Projekt. Ich konnte in Jena, wo ich Nadine und Boris besuchte und so Hannes kennenlernte, einen Tag seiner Planungsphase miterleben und beteiligt sein. Jetzt, hier in Schlalach plant er mit Susanne, die mit dem Kinderheim von Brück in das fünfzehn Kilometer entfernte Schlalach ziehen möchte, den kompletten Neubau eines Heimgebäudes für fast 15 Kinder. Es ist unglaublich, was für Ideen er aus dem Hut zaubert. Susanne ist glücklich, daß die Planungen so plötzlich so konkret geworden sind. Und am Freitag, bevor sie uns um sechs Uhr abends aufgegriffen hat, hat sie nicht im Traum damit gerechnet, daß sie morgen Mittag, vier Tage später die kompletten Unterlagen ausgedrückt und zum einreichen beim Bauamt in der Hand hält. Es ist eine Freude zu sehen, wie sich alles ineinander fügt.
Auch in meinem Lauf fügt sich alles immer schöner, je mehr ich loslasse.
Die Gespräche zwischen uns sind tiefen Vertrauens, offen und im Dialog. Und immer sind sie von überraschenden Einsichten, Beschauen und Vestehen bestrahlt.
In der heimeligen, hellen Küche auf dem Sofa finde ich ein Heim in mir. Hannes hört Raggae, während er dem wunderbarsten, liebevollsten, wertschätzendsten Kinderheim ins Leben hilft.
Hier tritt mein Lauf wieder in den Vordergrund, den ich momentan sehr stark spüre. Hier finde ich eine Gemeinschaft mit diesen drei Menschen, die sich so leicht und selbstverständlich in völliger Offenheit entwickelt.
Susanne hat mir, trotz meiner Skepsis eines Systemwechsels bei elektronischen Geräten, ein IPad geschenkt! Michelle hat die Sache in die Hand genommen und alle Apps und Programme, die ich brauche, auf dieses Gerät installiert…..und es mir auch noch lieb und geduldig erklärt! Was für ein Geschenk! Sie waren der Meinung, mit meinem tablet, dem der Bildschirm vor einigen Wochen an einer Stuhlkannte zerbrochen ist und zersplitterte, würde ich die nächsten Wochen nicht klarkommen. Trotz meiner Unsicherheit und Überforderung war es gleich beschlossene Sache.
Mein Lauf bekommt gerade in mir eine höhere Dichte, die letzten Wochen waren Phasenweise geprägt von der Frage ” wie geht es weiter nach dem Lauf.”
Meine Kollegen, die mir durch ihr gemeinsames “Ja” diesen Lauf so leicht möglich machten, wollten wissen, wie ich einsetzbar bin, im Schulbuchgeschäft. Seitdem beschäftigte mich die Frage “wie kann ich die Essenz meines Laufes einsetzen und zum Blühen bringen” oder ist es nicht zu vermeiden, daß ich unbemerkt wieder ins Getriebe gerate?
Mir wird immer klarer, daß ich nach meiner Rückkehr im Juni, vieles in meinem Leben ändern werde.
Ich habe verstanden, daß ich vegan werde. Der Wunsch aufgrund eines vermehrten ethischen Verständnisses, wächst seit einiger Zeit. Ich, der auf Käse nie verzichten wollte, habe meine letzte Sicherheit hier in Schlalach bekommen.
Die Klarheit und Entschlossenheit Susannes, in mehreren kleineren Gesprächen während eineinhalb Tagen, über die Verwendung von Eseln als Tragtiere als Trasporttiere im Projekt in Äthiopien, das Hannes seit einiger Zeit akribisch plant und ausarbeitet lief über eineinhalb Tage immer wieder mal.

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Susanne betonte mehrfach, “kein Mensch sollte andere Lebewesen ausbeuten”!
Und Obwohl wir nicht explizit über die Schrecken der Tierhaltung sprachen, hatte jeder von uns ein tiefes Verständnis dazu. Mir selber zogen die Greuelbilder, unseres “menschlichen” Verhaltens wie eine stachelige Perlenschnur an meinem inneren Auge vorbei.
Und mir ist klargeworden, daß angesichts des unsäglichen Leids, daß wir auf dieser Welt in unserer Bornierten Aroganz anrichten, es für mich nicht mehr entschuldbar oder ertragbar ist, einfach so weiterzumachen.
Es war zwischen Hannes und Susi zu keiner Zeit eine Diskussion, sondern lediglich Austauch von Ansichten und Gefühlen.
Das beflügelt mich sehr und ein Bild, daß sich in mir gebildet hat, wird immer stärker und klarer.

Menschen die im Kreis sitzen, um sich einem Thema anzunähern, einen gemeinsamen Weg zu suchen, Aufgaben verteilen….
Jeder in diesem Kreis nutzt seine Art der Meditation, in seine Mitte und das Thema zu kommen….. in das Thema, um das es geht.
Alle sprechen über das was sie fühlen, denken, sehen, was sie bewegt, über ihre Befürchtungen und Ängste.
Wer an der Reihe ist kann einige Sätze sagen, reihum, solange bis es nichts mehr zu sagen gibt.
Was gesagt wird, wird wertlos stehen gelassen. Jeder hört, was das Gegenüber zu sagen hat. In der Mitte des Gesprächskreises entsteht langsam das Ergebnis, zeigt sich der zu gehende Weg, das gemeinsam mögliche Etwas.
Diskussionen werden so vermieden. Letztlich sind Diskussionen auch nur Kämpfe, in denen es darum geht Recht zu haben und eigene Interessen zu wahren und durchzusetzen. Das ist kein Gemeinschaftstaugliches System.
Und jeder hört was der andere sagt.

.….……………………………… Ende Teil Eins

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283 bis 293 – Zug nach Zeven…Anreise und Anarchie

Es hatte in der Nacht geschneit, in der Regensburger Gegend. Am Tag vorher, bei einem langen Spaziergang auf dem JuraSteig mit Tyson, habe ich die Frühlingssonne noch genossen, habe an den Steinen gesessen, direkt dort, wo es einige Meter in die Tiefe geht, über dem Abgrund, Tyson ist freudig rumgeflitzt und hat mich zu allen Seiten bewacht. Da habe ich einen Hundefreund gefunden. Alle meine Gedanken, mit einem Hund zu Wandern, habe ich nach anfänglichen Reiz bei der Vorstellung, ziemlich schnell verworfen. Mit Tyson jedoch, wäre es sehr gut für mich vorstellbar. Ja, es war sogar kurz ein Wunsch.
Im Moment jedoch, hier in Jena, wäre es schwierig. Ich teile gerade mit Nadine ein kleines Studentenzimmer, wo ich auf dem Boden auf der Matratze in meinem Schlafsack lagere. Mit ihrem Bett und dem Schreibtisch….Und natürlich meinem Riesenrucksack ist das Zimmer voll. Morgen kommt Boris noch dazu. Der war jetzt einige Zeit in der Toscana. Morgen wird er nach einer 17-Stündigen Busreise hier in Jena ankommen. Ich freue mich sehr darauf, ihn wieder zu sehen. Und seit Weihnachten ist bei uns beiden Reisenden ziemlich viel passiert.

Clemens hat mich am Morgen des verschneiten 285. Tages meiner Reise, zusammen mit Tyson, zum Bahnhof in Regensburg gefahren. Die Straßenverhältnisse waren so schlecht, daß wir es gerade Pünktlich zum Bahnhof schafften.

Ich folgte einer Einladung nach Zeven, zwischen Bremen und Hamburg, von Gesa, die ich im letzten Jahr, am Tag vor meiner Reise, kennenlernt habe. Sie leitet Seminare mit Gruppen von FÖJlern, junge Menschen, die ein Freiwilliges Ökologisches Jahr in verschiedenen Einrichtungen leisten. Für die Gemeinschaft. Ich wollte Tobi kennenlernen, einen der Initiatoren des Utopival. Er sollte eine Vortrag vor 25 FÖJlern halten,hatte aufgrund von Zugverbindungen einige Stunden Verspätung und so durfte ich von meinem Vorhaben erzählen. Es stieß scheinbar auf starke Resonanz.

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So bot sie mir jetzt noch einmal diese so großartige Möglichkeit, mit einer weiteren Gruppe junger Erwachsener ins, für mich sehr ergiebige und inspirierende Gespräch zu kommen. Die drei Tage dort auf dem Hof, vom Frühstückstisch sahen wir das gemütliche Kauen der Kühe, waren für mich, trotz der Erkältung, die mich fürchterlich erwischt hatte, ein guter, frischer Quell.

Aber die Zugfahrt dorthin war ein großes Abenteuer. Ich hatte schon Tage vorher meinen Waschbeutel im Schloß Tempelhof liegen lassen, ein schwerer Verlust! Nun, auf dem Bahnhof Würzburg, unserem ersten ICE-Halt, trat ich kurz vor die Tür und prompt schloss sie sich. Mein Rucksack stand offen im Gang, die Trommel ausgepackt, meine Frühstücksbrote obendrauf. Alles Klopfen half nicht mehr. Keiner kann eine ICE Tür wieder öffnen, wenn sie einmal geschlossen ist.
Der Zug setzte sich in Bewegung, Richtung Hamburg, und einen kurzen Moment hatte ich das Gefühl, alles ist verloren.
Das Gefühl dauerte glücklicherweise nur Sekunden. Zwei großartige Mitarbeiter vom DB-Info brauchten ganze zehn Minuten, um mein Hab und Gut in Göttingen zu sichern und meine Reise über Bremen umzuleiten.
Mit allergrößter Dankbarkeit und erleichtert konnte ich meine Fahrt nach Zeven fortsetzen.

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In Bremen wollte ich den Bus nach Zeven besteigen, der Busfahrt erklärte mir, daß die Fahrt zwar auf meinem Fahrschein ausgewiesen ist, der Bus jedoch extra fünf Euro siebzig kostet.
Letztlich bot er an, mich so mitzunehmen, weil er von meinem Lauf sehr angetan war.
Alles fügte sich wunderbar, und am Abend, mit nur einer Stunde Verspätung, wurde ich herzlich im Seminar empfangen. Die FÖJ-Seminare drehen sich um Themen wie Nachhaltigkeit, Ernährung, Landbau, Geldfreies Leben…. Das Thema diesegs Seminars war Landwirtschaft und Nahrung. Das Seminarhaus lag mitten auf einem Erzeugerhof. Ich nutzte die nächsten zwei Tage um eine plötzlich ausgebrochene und heftige Erkältung zu kurieren, um dann am Donnerstag der Gruppe von meinem Lauf zu erzählen. Ich habe viele Interessierte Fragen beantwortet.
Für nicht wenige aus der Gruppe, war das ein Highlight der Woche. Ich bin sehr glücklich darüber, daß mein Lebenslauf auch sehr viele junge Menschen anspricht, die sich durchaus inspirieren lassen.

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Ich spüre in dieser jungen, nachrückenden Generation die Bereitschaft zum Aufbruch, eine Selbstverständlichkeit die alten Strukturen nicht so sehr zum Maßstab zu machen und andere Wege zu gehen. Und eine wachsende Achtsamkeit auf allen Ebenen, sich selbst und den Liebsten gegenüber, für ihre Um- oder Mitwelt. Das und das Interesse und die Empfänglichkeit für meinen Lebenslauf alle Themen, die ich im Gepäck habe, gibt mir viel Kraft auf meinem Weg weiterzugehen.
Sicherlich bin ich beim Tragen der kleinen Verantwortlichkeiten oft kläglich gescheitert, was vielem geschuldet ist, aber letztendlich auch diesem System der Angst mit ihren Sorgen.
Ich spüre den tiefen Wunsch, an die Wurzel des ganzen Mißstands zu gehen.
Ich bin in Zeven auch beschenkt worden mit Seife, Zahnbürste und Zahnpasta. Endlich wieder Duschen!
Meine Rückfahrt nach Mitteldeutschland mit der DB war auch recht abenteuerlich.
Aufgrund eines Suizides auf der Strecke von Oldenburg, mußte ich mit einer Stunde Verspätung einen anderen Zug besteigen.Der jedoch viel dann auch kurz hinter Verden aus, weil sich eine Tür nicht mehr schloss. Zurück nach Verden und dann Anlauf genommen nach Hannover. Bei dieser Aktion traf ich Attin, eine junge Frau, auf dem Weg nach Freiburg. Es schien eine Schicksalhafte Begegnung. Attin stellte auf Anhieb die richtigen Fragen zu meinem Vorhaben. Eine Verbindung war zu spüren, sie hatte sehr ähnliche Gedanken zum Thema. Leider scheinen wir uns in Hannover aus den Augen verloren zu haben. Wie schade!
Am Abend, mit zweieinhalbstündiger Verspätung bestieg ich den Bus nach Hildburghausen, von wo aus ich zu Fuß weitergehen wollte nach Weitersroda.

Das Schloß mit Treppenturm....Von der Straße aus.
Das Schloß mit Treppenturm….Von der Straße aus.

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Mein Bett im Marokkanischen Zimmer
Mein Bett im Marokkanischen Zimmer

Mia hatte mich zu Prinz Chaos, so nennt sich Radiomoderator, Sänger und Kabarettist Florian Ernst Kirner, ins Schloß Weitersroda gesandt.
Der Prinz hat vor einigen Jahren dieses Schloß gekauft, viel in Stand gesetzt, und bietet so den Raum, in dem sich eine Gemeinschaft bilden könnte. Jedoch ist es schwierig für eine Gemeinschaft im Klima einer Anarcho-Monarchie zu entstehen. Auch hier gibt es wie in anderen Gemeinschaften, Prozesse, die nur in einem Miteinander Früchte tragen können. Am Sonntag Vormittag ein Ausritt in den Weitersroda Stadtforst, ohne Pferd.

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Am Sonntag abend versammelten sich dann alle im Marokkanischen Zimmer, in dem ich Drei Nächte lang mein Lager hatte, um einer Lesung Fabians, der einen Text von einem Freund vortrug und ein paar Texten aus meinem Repertoire zu lauschen. Fabians Text drehte sich um das Vermächtnis unserer Vorfahren aus der Kriegsgeneration. Ich rezitiert einige Gedichte und las einen Text, der sich um die Entstehung von Totaltarismus drehte. Harte Kost, Nachdenkliches und lustige Anekdötchen leiteten in ein geselliges Beisammensein. Ein YouTubeVideo von Fabian ist bereits 40 000 mal aufgerufen worden. Er hält darin eine bewegende und bewegte Rede auf einer Montagsmahnwache.
“Fabian Götting – Der Löwe erwacht”

Ich habe auch in Weitersroda wieder tolle Menschen kennengelernt.
Basti, Petra, Sushilla, Melanie, Florian,Daniel, Fabian und einige Menschen mehr.
Daniel und Melanie legen seit letztem Jahr einen Permakultur-Garten an.

In der Schloßküche
In der Schloßküche

Daniel züchtet EM, daß sind effektive Mikroorganismen, mit denen er den Boden und den Kompost behandelt. Das wirkt Ertragssteigernd. Mit diesen Mikroorganismen kann mann Geschirr spülen, es bei Unwohlsein und Krankheit einnehmen und vieles mehr.
Außerdem stellt er damit Bokashi her, einen sehr Nährstoffhaltigen Kompost.

http://www.zeit.de/lebensart/essen-trinken/2011-02/bokashi-kompost-mikroorganismen

Ich könnte ihm beim Bau eines Wasserturms aus Paletten helfen. Das Wasser bewässert durch Eigendruck das neu errichtete Gewächshaus, und wir haben begonnen ein Kräuterbeet anzulegen.

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Viele Gespräche hatte ich in diesen Tagen, auch mit Basti und Fabian, zu meinem Thema, dem Ausbruch des Ersten Weltfriedens.
Ein interessantes Thema, das ganz verschiedene Reaktionen hervorruft.

Am 293. Tag meines Laufes brachte mich der Prinz, wie er auch von allen genannt wird, mit seiner Kutsche an die Autobahn.

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Tag 267 bis 282 – Wagenplatz und Wirprozess

Nach Tagen in Bingen, wo ich einige Wehwehchen auskurieren durfte und konnte. Meine liebsten Heilpraktiker haben mich mit Medizin versorgt, gegen die aufkeimende Erkältung, und meine Wirbel eingerenkt. Am 277. Tag stand ich dann an der Raststätte Medenbach, die Nase Richtung Crailsheim. Die Lebensgemeinschaft “Schloß Tempelhof” sollte mein nächstes Ziel sein. Thomas hat mich dann auch, bei sehr schönem und angenehmem Gespräch nach Würzburg mitgenommen, zu der Raststätte, wo auf der anderen Seite der Autobahn noch vor einigen Tagen mein Rohrhotel war. An der Raststätte Würzburg mußte ich lange warten. Ich bin inzwischen so sehr geduldig geworden, genieße die kurzen und schönen Momente und Begegnungen, die sich unterwegs ergeben so sehr, weil ich weiß, es wird irgendwann etwas kommen. Weil ich erkannt habe, daß Erfolge das sind was aus dem, was ich tue erfolgt, nicht was sich erst einstellt wenn ich das Ziel erreicht habe. Ich bin nur mehr gespannt darauf, was es sein wird. In diesem Fall, wer mich mitnehmen wird…Es war schon dunkel und regnerisch, die Kälte kroch mir unter die Kleider, in die Haut. Ich wünschte mir einen Engel, der mich bis zum Schloß Tempelhof trägt, da ich bei dem Wetter nicht gerne draußen schlafen wollte.
Keine zwei Minuten nach diesen kleinen Wunschgebet stand der Engel neben mir und bot an mich mitzunehmen…direkt bis zur Autobahnabfahrt Crailsheim. Der Engel hieß Pit und war aus den Niederlanden. Dort arbeitet er für einen Coffeeshopbetreiber. Während er bei 140 auf der linken Spur eine lustige Zigarette dreht, erzählte er mir seine Geschichte:
Ein Freund hatte die Idee ein spezielles Raucherutensil herzustellen. Pit bot ihm die Finanzierung des Geschäftes an, unter der Bedingung, daß es aus komplett abbaubarem Material besteht. Und so entwickelten sie ein Granulat aus Hanf und mischten es mit Naturharzen und bekamen ein plastikähnliches Material. Er schenkte mir ein Set mit einigen Zigarettenblättchen und Döschen aus ebendiesem Material, so daß ich mich von der Qualität überzeugen konnte. Das passt so wunderbar in meinen Lauf! Hanf ist eine wunderbare Alternative zu Erdöl und Baumwolle. Am Anfang des 20. Jahrhunderts war Hanf ein wichtiger Rohstoff. Die Baumwollindustriellen haben sehr viel dafür getan, daß die Weiterentwicklung dieses “open source” Produktes brutal abgebremst würde. Die Pflanze wurde für illegal erklärt und ihr Anbau unter Strafe gestellt. Die öffnende Wirkung dieser Pflanze wurde als Grund benutzt, sie mit strengstem Rauschdrogenverbot zu belegen.
So war die Tür geöffnet für Baumwollbarone ind Ölmilliardäre, für Menschenjagd und Sklavenhaltung, für Entmündigung und Verarmung,für Leid, Not, Elend, Tod….

Diese Dose besteht aus ca. 20% Hanf Teil und 80%Naturharzen, enthält kein Erdöl und ist stabil wie Plastik. Kompostierung und nahezu 100% Abbaubar.
Diese Dose besteht aus ca. 20% aus Hanf und 80% Naturharzen, enthält kein Erdöl und ist stabil wie Plastik.
Kompostierbar und nahezu 100% Abbaubar.

 

Die Fahrt mit Pit war im übrigen sehr lustig und über alle Maßen bereichernd für mich, und er brachte mich an die Autobahnausfahrt zehn Kilometer vor Schloß Tempelhof.
Sofort hielt der zweite Engel, Renate, als ich vergeblich an einer verschloßenen Gasthaustür zog, um dort nach einem Brötchen zum Abendessen zu fragen, fragte wohin ich wolle und bot an mich dort abzuliefern. Was für ein großes Glück ich habe! Wie ich verwöhnt werde. Und ich genieße es, in diesem Vertrauen alles zu finden und zu bekommen, was ich brauche. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger.

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So erreichte ich Schloß Tempelhof am Abend des 277.sten Lebenslauf-Tages bei Dunkelheit.
Niemand erwartete mich.
Am Ende des Anwesens sah ich ein Feuer und fand mich schnell in geselliger Runde von zehn jungen Menschen, die um das Feuer herum saßen.
Alle arbeiteten freiwillig mit am Bau des “earthship”, eines Gemeinschaftshauses für die ca. 25 Bauwagenplatzbewohner auf dem Gelände des Schloßes.
Bei Benni konnte ich die erste Nacht verbringen. In den nächsten Nächten hatte ich mein Lager auf der Baustelle, in der zukünftigen Wohnküche des earthship ausgelegt.

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Schloß Tempelhof bietet seit 2010 einer Gemeinschaft von derzeit ca. 150 Menschen, einen Ort um eine andere Form von Zusammenleben zu ermöglichen.
Die Gemeinschaft fußt auf einem sehr soliden finanziellen Fundament und ist sehr strukturiert.
Ich schnappe dort jedoch Worte auf, wie….männliche Strukturen, Verantwortung, besorgt, Geld, Druck, Sicherheit….
An vielen Strukturen wird ständig gearbeitet… An Kommunikations- und Entscheidungsstrukturen, Mitbestimmung, an Gemeinschaftsbildungsprozessen, “Wir-Prozess”. Menschen, die in diese Gemeinschaft ziehen wollen, durchlaufen eine “Annäherungsphase von einem Jahr. Nach dieser Annäherung, die jederzeit von beiden Seiten beendet werden kann, ist dann eine finanzielle Einlage von 30 000 Euro erforderlich, um dort Heimisch werden zu können.
So kommt es schon mal dazu, daß Jemand, der das Geld nicht hat, auch dort nicht leben kann.
Der Wagenplatz hat eine andere Energie. Lustvoll Experimentell, entspannt, spielerisch.

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Trotz der Diskrepanz ist diese Gemeinschaft Tempelhof ein guter Rahmen um Menschen, die außerhalb der Gesellschaftlichen Strukturen Raum suchen, diese Möglichkeit zu erschließen. Das ist ein Glücksfall. Der Wagenplatz, ein kleines Dorf neben und in dem großen Dorf Schloß Tempelhof ist eine gegenseitige Bereicherung, die größtenteils auch so von allen empfunden wird. Die 25 Bewohner des Wagenplatzes, eine Minderheit in der Gruppe der 150 Schloßbewohner, sind maßgebliche Initiatoren des Baus eines Earthship.

Die Süddeutsche schreibt über das Earthship :

“Das Earthship ist ein Haus aus alten Autoreifen, Fliesen und Glasflaschen, hässlich ist es deswegen nicht. Eher erinnert es an die Bauten von Friedensreich Hundertwasser in Wien oder Antoni Gaudí in Barcelona, die ebenfalls mit Bruchsteinen und bunter Keramik spielten. Und es ist autark. “Stellt Euch ein Haus vor, das sich selbst heizt, sein Wasser liefert, Essen produziert. Es braucht keine teure Technologie, recycelt seinen eigenen Abfall, hat seine eigenen Energiequellen. Es kann überall und von jedem gebaut werden, aus Dingen, die unsere Gesellschaft wegwirft.” So beschreibt der US-Amerikaner Michael Reynolds, der das Earthship vor 40 Jahren erfunden hat, sein Konzept, das er inzwischen tausendmal weltweit umgesetzt hat.”

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Max, der den Bau des Schiffes leitet und seine Frau Sarah haben sich in den Tagen meiner rührend angenommen. Ich schlief auf der Baustelle und konnte einige Tage mit einigen anderen Freiwilligen am Bau des
earthship mitarbeiten.

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Es gibt noch einiges mehr im Zukunftsdorf Tempelhof zu entdecken:

Die Schule für freie Entfaltung Schloss Tempelhof
Private Grund- und Werkrealschule
Die Freie Schule Tempelhof mit ca. 50 Schülern von fünf bis sechzehn Jahren wurde vor Zweieinhalb Jahren gegründet. Im letzten Jahr ist eine Jurte dazugekommen, als Ergänzung der Schulräume. Sie bietet Raum für die Jüngeren und für Kinder im Übergang vom Kindergarten in die Schule.

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Die Kinder entscheiden hier selber, wann sie vom Kiga in die Schule wechseln.
Ich habe auf meinem Weg auch Familien kennengelernt, die ihre Kinder nicht in Schulen geben, sogenannte Freilerner. Auch Zuhause bekommen Sie nur hier und da etwas Unterricht, wenn sie etwas explizit lernen möchten. Ansonsten scheinen diese Kinder sehr gut in der Lage, sich selber alles zu erarbeiten, auf natürlichem Weg. Taucht etwas auf, das sie interessiert, stürzen sie sich auf diese Themen und dringen tief ein. Der natürliche Lernimpuls, den jedes Kleinkind von Geburt an hat, wird nicht durch die Einschulung unterbrochen, sondern erfährt eine gelassene, sich entwickelnde Dynamik.

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Diejenigen “Schulverweigerer”, die ich getroffen habe, waren Schülern im gleichen Alter um Längen voraus. Leider ist es in Deutschland nicht erlaubt, seine Kinder selbst lernen zu lassen. In Belgien zum Beispiel, geht das unproblematisch.
Die Freie Schule Tempelhof begreift sich als vorübergehend, und visiert “das Dorf als Schule im gegebenen Umfeld” an.
Ich habe drei Tage am earthship mitarbeiten dürfen. Ein gutes Gefühl, mich in dieses wunderbare, zukunftsweisende Projekt einbringen und in gewisser Weise “verewigen” zu dürfen. Viele Reisende kommen, um daran Teil zu nehmen und zu geben.

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Am 282. Tag, am Samstag dann Abschied von Max, Sarah und allen, mit denen ich hier arbeiten, essen, saunen, reden… Sein durfte.
Eckhard nahm mich mit auf die Autobahn und bestand darauf, mich bis Regensburg zu fahren, wo ich Clemens in seiner “Schloßwirtschaft Heitzenhofen” besuchen wollte. Clemens und ich haben uns 22 Jahre nicht gesehen. Wir haben damals im Kafé Lagerhaus zusammengearbeitet.
Er betreibt heute die urige Schloßwirtschaft mit ausgezeichneter Regionaler Küche.

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Eckhard kam noch in den Genuß eines Cappuccino, bevor er sich nach Hause auf den Weg machte.
Die Tage in Heitzenhofen waren sehr angenehm. Abende in der Gaststube, Abwaschdienst während der Sonntagsschicht, Spaziergänge mit Tyson, der gar kein Boxer ist, Gespräche…

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Danke an Sara, Peter, Thomas, Pit, Renate, Max, Sarah, die earthshipler, Eckhard, Clemens, Micha, Tyson…

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Tag 259 bis 266 Rohrhotel und Rumorturm

Die Tage in Sommerhausen waren wunderschön. Ich habe meinen Geburtstag still, mit einigen schriftlichen Kontakten verbracht. Viele Wünsche habe ich bekommen und es war eine Freude, alle persönlich zu beantworten. Das war wie eine große Feier!
Mein Gastgeber Lutz hat mich am Morgen mit frischen Croissants und einem Strauß Tulpen empfangen bevor er am Nachmittag nach Hamburg aufgebrochen war und ich das Haus für mich hatte.
Sommerhausen habe ich auf Spaziergängen genossen. Die schöne schlichte Kirche (riesig für eine Stadt mit 1600 Einwohnern), Das Schloß mitten im Ort, und das bombastische Rathaus prägen das Bild dieses, von Wehrmauern umgebenen Städtchens. Viele Türme sichern die Tore die rund um Sommerhausen an die Mauer gestellt sind. Einer davon ist der Rumor-Knecht-Turm, in dem der Rumor-Knecht wohnte und die Ordnung im Ort aufrecht erhielt. Hier wurde mancher Störenfried auch schon mal eingesperrt!

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Dort wurde in der Vergangenheit von einem Mönchskloster als Weinlieferrant genutzt. Das Kloster verlangte von den Bürgern den Zehnten ihres Weinvorrates. Wenige Jahre vor der Reformation, leisteten die Bürger Widerstand gegen diese Form von Teilhabe. Die Mönche wurden verjagt. Einiges Ortsprägende haben sie jedoch zurück gelassen. Zum Beispiel findet man noch Gewölbehallen unter den Häusern, die so genannten Zehntelkeller. Die verschiedenen Räume sollen durch geheime Gänge miteinander verbunden sein, trotz teils aufwändiger Suchen hat aber noch niemand einen Zugang entdeckt.
In diesem Haus könnte ich einfach in liebevollster und freundschaftlicher Atmosphäre sein. Das tat so gut.
Eine Freundin, ein wunderschöner Nachgeburtstagsbesuch am Sonntag nahm mich am Abend weg von Sommerhausen in die unwirtliche Nacht der Raststätte Würzburg. Ich war auf der Seite Richtung Mannheim, hatte mir aber inzwischen als nächste Stationen die Gemeinschaft Tempelhof, den Besuch eines Freundes in der Nähe von Regensburg und einer Schamanin im Nürnberger Raum, von der ich gehört hatte, überlegt. Also mußte ich in jedem Fall auf die andere Seite der Autobahn. Würde ich es mit meinem mehr als zwanzig Kilo schweren Rucksack über die Autobahn versuchen, über die Leitplanken hinweg, würde es mir sicherlich mindestens einen Sendeplatz in den Verkehrsmeldungen bescheren. Also beschloß ich, wie es einem 54-jährigen Wanderer zusteht, die Fußgängerunterführung zu nehmen. In der Dunkelheit mit Taschenlampe mußte ich erkennen, daß der Durchgang in der Hälfte durch Bauarbeiten verschüttet war.

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Eine nächtliche Odyssee, mehrere Kilometer weit, bis zur nächstmöglichen Unterführung führte mich quer über die Großbaustelle.
Kräne, eine neugebaute, noch nicht im Betrieb befindliche Unterführung, mehrspurig, Beleuchtet habe ich mir von innen angesehen. Das war schon eine spezielle Atmosphäre. Auf dieser Baustelle fand ich dann große Eisenrohre liegen. Ein Rohr war vorne, zur Baustelle, mit einem großen Flansch verstellt, so daß ich darin einen, vor Nieselregen und Wind geschützten Schlafplatz fand. So eine Unterkunft hatte ich bis dahin noch nicht.

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Am nächsten Morgen stand ich mit einem geschenkten Käsebrötchen, daß mir ein überaus freundlich gewonnener Tankwart geschenkt hatte, am Raststätteneingang. Lorand, aus Frankfurt auf dem Weg nach Ungarn, kam zu mir und bot an, mich bis Nürnberg mitzunehmen.
Ich schaffe es inzwischen oftmals sehr bewußt, Einfach nur Räume zu öffnen, in denen ich mich erwartungsvoll aufhalte und abwarte, daß etwas geschieht. Und immer geschieht viel!
Lorand war plötzlich einfach da und sehr schnell war mir klar, daß er ähnlich wie ich, alle seine Träume, die er einst hatte, zurückgestellt hat. Die Geburt seiner Kinder und aufgrund dessen das sichern der Existenz, in der Selbstständigkeit haben ihn seinen Weg zurückstellen lassen. Er hat alles im Griff, aber er wirkt nicht glücklich. Er ist zufrieden damit, wie es läuft, aber weit entfernt von Erfüllung.
Ich habe mich in der Vergangenheit sehen können.
Er konstruiert Lastenfahrräder ind läßt sie in Ungarn bauen. Dort zählt er 20 bis 30 Prozent der Löhne, die er hier in Deutschland zahlen müßte. Anders geht es nicht, bekräftigt er.
Bei Nürnberg, in Schwaig, bin ich dann 6 Kilometer zu einer Adresse gewandert, eine Schamanin, deren Adresse ich von einer Freundin bekommen habe, und die auf einem Riesengelände einer
Graphitfabrik.

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Die Pförtnerin hat sie informiert, aber leider wollte sie mich nicht empfangen. Das alles lief telefonisch und ich hatte keine Gelegenheit vorzusprechen. Schade!

Es folgte ein sehr freundliches Gespräch mit der Pförtnerin. Irgendwann kam ein Mitarbeiter der Firma, ein sehr freundlicher, noch junger Mann, ich glaube Arabischer Herkunft und wollte mir vier große Flaschen Wasser schenken. Mein Wasser war alle und ich nahm dankend eine der angebotenen Flaschen. Er hätte mir gerne alle gegeben, was ich aufgrund des Gewichts freundlich ablehnte, nicht ohne zu versuchen, es ihm zu erklären. Als ich das Gespräch mit der Pförtnerin fortsetzte kam ein Anruf. Es war der Mann, der mir ausrichten ließ, ich möge warten, seine Frau würde mir zu Essen bringen.
Sie kam dann und brachte mir eine Tasche mit leckerstem Essen.
Ihr Sohn war ausgestiegen, es mir zu geben, und ich schüttelte ihm dankbar die Hand, er strahlte!
Seine Mutter hatte etwas ähnliches wie eine Burka an, ihr Gesicht war frei… (ich weiß nicht wie das heißt, ich weiß auch nicht, ob Burka mit h geschrieben wird!)
Ich wollte der Frau in der Burka, aus Dank für die Essenstüte, die Hand reichen, sie gab mir jedoch den kleinen Finger und lächelte warm.
Was weiß ich denn schon von Sitten, Gebräuchen, von Anstand in anderen Kulturkreisen?
Garnichts! Wie begrüßt man Gäste? In dem man ihnen vorschreibt, wie sie sich zu verhalten haben? Das ist mir nirgends begegnet, wo ich zu Gast war! Fast immer höre ich: Feel Free…. Fühle Dich Frei!

Es ging zum Abend und ich war durchgefroren und erschöpft.
Auf dem Rückweg zur Autobahn fragte ich in einem Italienischen Restaurant, ob ich mich aufwärmen dürfte. Ich durfte!
Die freundliche Bedienung brachte mir ein Wasser und Bruschetta, daß ich gerne aß.
Und kurz darauf setzte sich ihr Freund zu mir, der mir von seinem Plan erzählte, einen Motor zu bauen, der ohne den fossilen Brennstoff laufen wird. Er ist Mechatroniker und hat ein monumentalen Detailwissen in dem Bereich. Ich hoffe, er baut es bald! Sie boten mir einen Schlafplatz an und ich hatte eine warme gemütliche Nacht.
Am nächsten Tag Schnee, Regen, ich bin von einer hoffnungslosen Autobahnauffahrt zur nächsten gerutscht, in entgegengesetzte Richtung, bin schließlich in Lauf, nördlich von Nürnberg gelandet. Dort habe ich auf der Suche nach Essen, in einem Biosupermarkt Zwei Baguette geschenkt bekommen, die ich dort an einem Tisch genüßlich verspeiste.
Heiner sprach mich an und bot mir das Gästezimmer in seiner Gemeinschaft an. Die Simmelknödel, so nennen Sie sich, sind 12 Menschen, die im Projekt für gemeinsames Leben das Experiment der Selbstversorgung versuchen. Momentan leben sie in einer alten Gaststätte in Simmelsdorf.

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Einen großen Hof suchen sie gemeinsam, um weitere wichtige Schritte in einen Selbstversorger-Garten zu versuchen. Der Verein, den sie zu diesem Zweck gegründet haben, versucht mit Hilfe des Mietsyndikat ein geeignetes Objekt zu finanzieren. Das Mietsyndikat ist ein Zusammenschluß von Privatinvestoren, die ihr Geld in sinnvollen Projekten anlegen wollen. In ganz Deutschland werden so mehr als Einhundert Projekte und viele Objekte finanziert. Das ermöglicht Projekten kleine Mieten.

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Ich genieße die Wärme und das Leben.

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Tag 211 bis 258… Reflexion und Renaissance

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Donnerstag 11. Februar

Viel gäbe es zu erzählen, vieles ist bei dieser Vollbremsung mitten im Lauf geschehen. In Icking, an der Isar, habe ich im Wald gesessen und geschaut, wie ich mit der Information, meine Mutter liege im Krankenhaus, umgehen sollte. Ich bekam unter der Kiefer das klare Gefühl meinen Lauf zu unterbrechen und nach Bassum zu fahren. Ich habe mich in Icking am Donnerstagmorgen von meinen Gastgebern Mona und Andreas verabschiedet den Zug bestiegen und bin, leider zu spät in Bassum am Abend angekommen.

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Es folgten Tage im Kreis der Familie, Begegnungen mit alten vertrauten Nachbarn und Freunden, intensive Gespräche, Erinnerungen…

Mehr als einen Monat habe ich hier verbracht, im Haus meiner Kindheit und Jugend, daß ich einen Tag vor meiner Einschulung 1968, mit meinen Eltern und meinem Bruder bezogen und mit Neunzehneinhalb Jahren mit zwei Plastiktüten und dreiunddreißig Mark in der Tasche verlassen habe.
Und jetzt gehe ich ein zweites Mal, fast 35 Jahre später.
Ein letztes mal!
Die Zeit der letzten Wochen, die nach eigener Gesetzmäßigkeit lief, verstrichen, ein langes stöbern, in den Bildern der Kindheit, nicht um mich darin zu verlieren, sondern zu entdecken. Ich sehe auf ein Leben, daß den Anfang in den übriggebliebenen Bildern einer nicht nur schönen Vergangenheit nahm. Nicht in die Schubladen und Fächer der Schränke habe ich geschaut, es haben sich meine innersten Fächer der Vergangenheit in die Gegenwart geöffnet.
Vieles, das ich mir immer wieder in den Weg stelle, ist für mich begreifbar geworden, hat alte Bilder ausgelöst, von denen ich einige, nun schon mal gelockert dann auch auspacken, ansehen und gehen lassen konnte.
Auslöser war die Liebe, wie immer. So ist das bei mir.
So war meine Wanderung in den letzten Wochen eher eine innere. Und der Rucksack ist nun hoffentlich wieder etwas leichter.
Aus diesen Erkenntnissen heraus, kann ich wieder ein wenig mehr zum Schöpfer meiner Realität werden.
Der Schritt, sich seinen Schatten zu stellen, ist dabei meiner Ansicht nach ein unverzichtbarer.
Meine Entwicklung kann ich ebenso im Außen beobachten.
Auch in der Gesellschaftlichen Konstruktion wird diese Entwicklung sichtbar. Durch jetzt mögliche Verbindung von Menschen fließen Informationen allen zu. Das wahre Gesicht unserer Ordnung, die Hinfälligkeit unseres Systems steht allen vor Augen.
Anstatt wieder Schuldige zu suchen, ist es jetzt wichtig es uns anzusehen, wertfrei, uns gegenseitig Unterstützung auf unserem Weg von der Gesellschaft zur Gemeinschaft zu geben.
Es sind die Themen, die alle Menschen wohl mit sich schleppen, wie zum Beispiel nicht gewollt zu sein, albern zu sein, den richtigen Platz in dieser Welt nicht zu finden, Anerkennung, die Ängste und vieles mehr, was unsere Realität täglich bestimmt. Es mischt und gewichtet sich bei jedermensch anders.
Es ist meine Wahl, die Richtung zu ändern, andere Gewichtung zu schaffen, das Positive zu fokussieren. Davor steht aber auch die Erkenntnis der Brüchigkeit und das heraustreten aus dem, was uns lebenslang als gemütlich eingerichtete, aber viel zu enge Stube zur Verfügung stand.
Eng und eingegrenzt. Glück und Liebe oftmals ausgegrenzt.
Die Beschauen schaffen Platz.
Und je mehr Platz ist desto tiefer kann ich schöpfen, wieder zum Schöpfer werden, meine Realität werden lassen, wie sie tief in mir gründet.
Es ist meine Bestimmung!
Jedermenschs Eigene Bestimmung.
Wir bestimmen, denn wir haben alle eine eigene Stimme.

So geh ich nun bald weiter, mit hoffentlich leichteren Gepäck.
Obwohl ich in den letzten Tagen an dem Punkt war, aufgeben zu wollen, nach einigen Tiefpunkten, werde ich meinen Weg weitergehen, mit klaren Bildern, mit guter Führung.
Ich bin sehr gespannt, auf alles, was auf dem Weg wartet.

Dienstag 16. Februar

Göttingen. Ich sitze hier im ICE, Richtung Würzburg auf dem Boden zwischen den Wagen und versuche das Tagebuch auf Stand zu bringen.
Göttingen!!….ungefähr auf dieser Höhe habe ich am 7. Januar erfahren, daß ich zu spät komme.
In Hannover bin ich umgestiegen. Mit Verabschiedung von Thomas, einem Mann, vielleicht in meinem Alter, Doktor mit Lehramt an einem Forschungsinstitut in Berlin. Er arbeitet mit seinen Studenten an Lösungen zur Problematik der Kalieinleitung in die Werra mit nicht guten Folgen für Umwelt und Tierbestände, und für die Fischerei in der Weser.
Nach Antje der zweite an zwei Tagen, der sich mit der Forschung an Fischen beschäftigt.
Er hat außetdem von seinen letzten Jahren in der DDR erzählt. Er war Zugführer und wollte gerade eine kleine Karriere in der Volksarmee starten, als die Grenze fiel. Als die Armee 1990 aufgelöst würde, würde er, wie viele andere, die gerne Volksarmisten waren, arbeitslos. Unser Thema war auch das nicht hinterfragen und anpassen ans System ….Und über vieles in die Richtung, was natürlich mich mit meinem Thema bewegt hat. Ich selber habe ja viele Dinge in unserem System einfach gemacht, weil es irgendwie alle so gemacht haben.
Und jeder von uns muß, um in diesem System vermeintlich einen Platz zu erhalten, eine über sich selbst hinaus gehende Verantwortlichkeit ausblenden, sogar von sich weisen. Wir sind aber in hohem Maße verantwortlich, nicht nur für das, was wir tun, sondern auch für die unterlassene Hilfeleistung, auf welcher Ebene, mit welcher Begründung auch immer!

Im Zug lesen einige Menschen das Schild auf meinem Rucksack. Ich beantworte Fragen, habe gute inhaltliche Gespräche, werde beschenkt, mit Kaffee und Keksen, und von einem älteren, sehr freundlichen Paar mit selbstgebackenem Topfkuchen. Die Menschen gehen an mir vorbei und beschenken mich und immer wieder bedanken sich einige bei mir, für das, was ich da mache! Das bestärkt mich sehr.

Von Bassum bin ich am Donnerstag aufgebrochen, zu Fuß nach Bremen, um dort den Zug nach Würzburg zu besteigen. Bis Erichshof hat mich Roman aus Harpstedt begleitet, den ich vorher nur mal am Rande wahrgenommen hatte. Wir haben aber nie miteinander gesprochen.

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Es war ein großartiger, bereichernd Gang. Ich habe einen kleinen Exkurs in die Welt der Heilpflanzen und Pilze bekommen.
Roman hat ein ungeheures Wissen und Verständnis auf dem Gebiet.
Ich freue mich schon jetzt auf die Kräuter- und Pilzexkursionen, zu denen wir nach meinem Lauf verabredet sind.
Die erste Station nach Bassum war Erichshof, wo meine Cousine Tania mit ihrer Familie, mit ihrem Partner Marcus und ihren Töchtern Celine und Emilia lebt.
Emilia ist Acht Jahre alt und verfolgt meinen Lauf zusammen mit Tania von Anfang an mit großem Interesse. Sie hat mir zu Beginn ein Bild gemalt, das mich erst jetzt erreicht hat. Das hat mich sehr glücklich gemacht und mir Hoffnung gegeben. Emilia macht sich viele Gedanken über die Rettung unserer Erde als Lebensraum und sagte:
” Das Gedicht möchte ich gerne Jens mit auf den Weg geben. Denn wir müssen mehr auf die Natur achten, sonst geht es uns bald nicht mehr gut. Er kann es vorlesen und dann verstehen die Leute vielleicht, dass die Indianer recht haben.”
Das hat mich sehr berührt. Wenn ich mutlos bin, erinnere ich mich daran und es ist für mich keine Frage mehr, ob ich weitergehe….
Alleine dafür hat sich mein Lauf gelohnt!

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Freitag ging es dann weiter nach Bremen. Marcus hat mich von Erichshof nach Bremen-walle begleitet wo ich bei meiner urältesten Freundin Ulli zwei Tage in wunderbarstem Dauergespräch in Verbundenheit verbracht habe.
Eine Nacht bei Yaro und Merle folgte. Bis mein Zug am Dienstag ablegen sollte, bin ich einer noch einer Einladung von Antje gefolgt, die ich bis dato nicht persönlich kannte, und habe in ihrer WG mit Blick auf die Weser genächtigt. Sie ist Doktorin in maritimer Mikrobiologie und entwickelt ein Verfahren, ohne die Anwendung von Gen-tests, die Art und Herkunft von Speisefischen zu bestimmen.
Antje hatte einige Fragen zu meinem Lebenslauf, zu Motiven und zu Modellen, die ich unterwegs kennengelernt habe.

Ich hatte eine intensive, innere Zeit in Bassum.
Ich habe in meinem Elternhaus unten im Wohnzimmer auf dem Sofa geschlafen und nicht im Gästezimmer, das mir Kinderzimmer war.
Ich habe einen großen Bogen um Harpstedt gemacht, um das Gefühl zu haben, ich bin noch unterwegs und auch diese Phase ist Teil meines Lebenslaufes.
Der Weg von Bassum nach Erichshof mit Roman, der schöne Aufenthalt bei meiner Cousine Tania und ihrer Familie, Emilia und Celine, Markus, der mich nach Bremen begleitet hat und abends noch ganz nach Erichshof zurückgehen wollte, die Tage mit Ulli, die Treffen auf der Straße, erst Tanja und Ingo aus Harpstedt, dann Michael und Maike, dann der Besuch bei Antje und die Zeit mit Yaro und Merle…..Waren ein wunderbarer stimmiger Übergang und sehr belebend und bereichernd und einfach total schön.
Jetzt bin ich seit gestern Abend in Sommerhausen, bei Lutz und Moni, alten Freunden und Reform-Pädagogen.
Moni war viele Jahre Leiterin des
Freinet-Kindergartens in PrinzHöfte, den unsere Söhne, Yaro und Tarik besucht und in dem sie ein gutes Fundament für Ihr Leben bekommen haben. Einer der Kernsätze der Freinet-Pädagogik heißt:
“Adler steigen keine Treppen”

Die vier Grundsätze der Freinet-Pädagogik sind:
1.Freie Entfaltung der Persönlichkeit
2.Kritische Auseinandersetzung mit der Umwelt
3.Selbstverantwortlichkeit des Kindes
4.Zusammenarbeit und gegenseitige Verantwortlichkeit.

Lutz war einer von zwei Freinet-Pädagogen, mit denen zusammen wir und acht andere Eltern vor zwanzig Jahren die Freie PrinzHöfteSchule gegründet haben, die unsere Jungs glücklicherweise beide ein paar Jahre besuchen konnten.
Lutz und Moni haben sich vor sieben Jahren ein wunderschönes Haus in Sommerhausen zugelegt, das sie seitdem restaurieren und seit einigen Wochen ganz bewohnen. Es stammt aus dem zwölften Jahrhundert, ist im Laufe der fast tausend Jahre durch sämtliche Epochen gegangen und immer ist einiges hängen geblieben, ein Wahnsinns-Gewölbekeller von Elfhundertund…,viele Wände und Türen aus dem Mittelalter, Decken aus der Renaissance, Elemente aus Barock, Rokoko und Historismus…

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Die sehr ausführliche Hausführung war eine wunderbare, informative Zeitreise.
Und ich habe hier ein schnuckeliges Zimmer für die nächsten Tage, in denen ich mich um mein Tablet kümmern muss.
Das Display hat Risse. Es wird wohl so nicht lange halten. Am oberen Rand splittert es schon.
Aber auch so wird es irgendwie weitergehen.
Erstmal ein kleiner Spaziergang um das Haus herum… Sommerhausen hat keine zweitausend Einwohner, mehrere Theater und Ateliers, Dicke Schutzmauern,Türme, nur alte Häuser, eine prächtige Kirche, ein noch prächtigeres Schloß und ein sehr prächtiges Rathaus. Man hat sich hier nichts geschenkt!
Auf einen Sohn Sommerhausens bin ich hier gestoßen, bei meinen Gastgebern um die Ecke, auf der Schaufensterscheibe der Vinothek des fränkischen Weinbaupräsidenten Arthur Steinmann:
Francis Daniell Pastorius.
Pastorius war der Erste Deutsche Einwanderer in Amerika. Er war Quäker und dementsprechend lehnte er die Herrschaft von Menschen über Menschen ab. Und tat es kund!

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“1688 initiierte Pastorius den ersten Protest gegen die Sklaverei in Amerika. Wie sind doch viele auf See voller Angst und verzagt, wenn sie ein fremdes Schiff sichten.
WIR SOLLTEN ALLEN MENSCHEN GLEICHES TUN, WAS WIR ERWARTEN DASS UNS GETAN WIRD.
OHNE UNTERSCHIED DES GESCHLECHTES, DER HERKUNFT ODER DER FARBE.
WAS AUF DER WELT KANN UNS SCHLIMMERES ANGETAN WERDEN, ALS DAS UNS MENSCHEN RAUBEN UND ENTFÜHREN. Und dann als Sklaven im Ausland verkaufen und dabei Gatten und Ehefrauen und Kinder voneinander trennen. Wenn es bis heute nicht so geschah, kann es uns noch so ergehen.
DAHER PROTESTIEREN WIR und sind gegen diesen Menschenhandel.
Jeder Mensch sollte aus den Händen der Räuber befreit werden. Falls sich diese Sklaven einmal zusammenschließen sollten, UND UM IHRE FREIHEIT KÄMPFEN, und ihre Herren und Herrinnen so behandeln, wie diese vorher mit ihnen verfuhren, werden dann diese Herren und Herrinnen das Schwert ergreifen und gegen jene armen Sklaven mit Waffengewalt vorgehen?
Oder haben diese nicht das gleiche Recht , um ihre Freiheit zu kämpfen, wie ihr es habt, um sie als Sklaven zu halten? ÜBERLEGT NUN DIESE SACHE GRÜNDLICH, OB SIE GUT ODER SCHLECHT IST!”

Ich schließe mich ihm an!

Tag 205 bis 210 … Ingwer und Olympia

“Jeder Augenblick kann ein denkwürdiger Augenblick sein!”
CS.

München…

Nach den glücklichen Tagen im Studio, folgte ich am Samstag, dem zweiten Weihnachtstag, einer Einladung vzon Rut und Andreas, ein paar Tage bei Ihnen und Ihrer Familie in der Gegend von Schwabing zu bleiben. Andreas ist Komponist und komponiert Filmmusik.
Am Abend nahmen mich beide mit auf ein kleines Fest von Freunden.
Fünf Musiker, die seit Jahren zusammenspielen und zehn weitere sangesfreudige Gäste machten diesen Abend zu einer wundervollen Session. Lieder aus vollen Herzen!
Boat on the river ebenso wie Pink Floyd-Stücke und sogar circle songs, mit Piano, zwei Gitarren und Saxophon.
Andreas erzählte mir, Hardy, der Saxophonist, besitzt fast einhundert Saxophone. Und er versteht sie zu spielen.
Ein sehr schönes Buch über Saxophone hat er geschrieben………

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Hardy ist Kulturdezernent außerhalb Münchens. Im Moment proben Hardy und Andreas hier im Wohnzimmer für ein LeseinformationsMusiktheaterstück über Saxophone, das in den nächsten Tagen zur Aufführung kommt. Sie arrangieren Musikstücke neu für die Ausführung. So bin ich mal wieder in den Genuß von einigen Passagen von Ravels Bolero gekommen, in einer schönen Version für Saxofon und Klavier.
Seit dem Abend des Ersten Weihnachtstages versucht sich eine Erkältung in mir breitzumachen. Hals-Rachen-Nase.
Ich habe vielleicht nicht ganz so gut auf meinen Körper geachtet, mich bei Frühlingstemperaturen zu luftig angekleidet, und die Tage auf der Autobahn hatten auch ihren Preis.
Ich habe hier, in dieser gechilten und tiefenentspannten Atmosphäre einen schönen Raum zum Genesen. Von Martina haben wir in Moers eine riesige Knolle Ingwer geschenkt bekommen, für viele Kannen Ingwertee.
Boris und ich haben unterwegs abends nach heißem Wasser für meine Termoskanne gefragt und dann einfach Ingwer hineingeschippelt.
Ein wunderbares Getränk! Am liebsten mag ich heißes Ingwerwasser ganz scharf.
Hier trinke ich mehrere Kannen am Tag. Das stärkt die Abwehrkräfte.
Am Sonntag machten wir einen schönen Spaziergang in den Olympiapark.

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Ein Bierchen in Picknickatmosphäre bei Sonnenschein, ein paar Fotos und Videos, und ein fantastischer Blick auf München und die gesamte Alpenkette, bis hin zur Zugspitze, die wie die Lok vor den Bergzug gespannt ist. Von dort oben beobachteten wir den Sonnenuntergang über München.

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Die Hügel des Olympiaparks sind aus den Trümmern des letzten Weltkrieges gebaut. Man hätte sie auch aufschütten können, ohne vorher Häuser daraus zu bauen und sie wieder zu zerstören. Was für ein Aufwand!
Die Tage bei Rut und Andreas, Mara und Jonas waren sehr behaglich und meine Erkältung ist schnell fast verschwunden.
Am Dienstag Morgen habe ich dann Abschied genommen, nicht ohne vorher noch für Maras Polaroidprojekt, für ihre Bewerbungsmappe für das Studium Bühnenbild, Modell zu stehen.
Und ich habe meinerseits die ersten zwei Steine an Rut und Mara überreicht, mit der Bitte um weiterreichen.

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Hintergrund:
Die Idee der HerzWanderSteine ist von meinem Sohn Yaro und sehr schön. Ich schreibe auf einen Stein die Adresse eines Empfängers und gebe ihn einem Menschen meines Vertrauens. Dieser gibt den Stein an jemand anderen weiter…… Bis er beim Empfänger ankommt. Jede Weitergabe kann auf der Lebenslauf-Facebookseite mit Foto kommentiert werden.
Verantwortung, Vertrauen, Verbindung…..
Die ersten beiden HerzWanderSteine gehen natürlich an Birgit und meine Söhne. Einige werden folgen, an Menschen, denen ich für Ihre Anteilnahme und Unterstützung von Herzen danke.

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Ich habe mich auf dem Weg zu meiner nächsten Einladung, dann mit Raphael, einem Freund aus dem heimatlichen Wildeshausen getroffen. Wir haben gemeinsam die Gegend im und um den Englischen Garten erkundet.
Raphael erzählte mir, daß er zusammen mit Freunden und Interessierten einen Permakultur-Garten direkt am Zentrum Wildeshausens anlegt. Ein Grundstück dafür wurde Ihnen überlassen.

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Als mich Raphael am Abend verließ, machte ich mich auf zu Sabine und Hans. Sie hatten mir angeboten bis Neujahr bei Ihnen zu Gast zu sein.
Sabine verfolgte mich über Facebook und schrieb mir, als sie gewahr wurde, daß ich mich in München aufhalte.
Sie wohnt in der ersten von fünf “Wagnis” Siedlungen. Nach Gründung einer Genossenschaft haben viele, wie Sabine und Hans, Grundstücksanteile erworben und damit auch das Anrecht auf eine Wohnung mit lebenslangem Wohnrecht auf Grundlage einer Mietumlage.
Das Konzept sieht vererbbaren Wohnraumbesitz nicht vor.

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Die Architektur setzt auf Gemeinschaft, Nachbarschaft und Kommunikation. So gibt es offene Treppenhäuser und auf allen Etagen Laubengänge von wo aus die Wohnungen zu betreten sind.
Auch ist das Wohnkonzept mehr auf Gemeinschaft ausgerichtet:

-Partizipation am Baugeschehen und darüberhinaus in der Genossenschaft
-Wohnungen für Singles, Paare, WG’s, Familien und Alleinerziehenden unter einem Dach.
-Nachbarschaftliches und quartiervernetztes Mehrgenerationen-Wohnen in partizipativen und selbstorganisatorischen Strukturen vom Beginn der Planung an.
-Resourcenschonendes, ökologisch verantwort- bares Bauen und Leben.
-gefördert und freifinanziert
-einen Gemeinschaftsgarten, Büros, Gästezimmer, Nachbarschaftsbörse und vieles mehr.
-Neben klassischen Wohnungen entstehen neuartige Wohngemeinschaften (Cluster) und die Künstler-Wohngruppe ARTrefugio, Ateliers und Werkstätten, Praxis- und Büroräume sowie ein Kunst-und Kulturcafé mit Veranstaltungsräumen.
www.wagnis.org

Es ist sehr viel Lebendigkeit in Wagnis 1 zu spüren.

Am Silvestertag hat Sabine mir eine besondere Freude gemacht. Sie ist Trommelbauerin, was mir gleich, als ich es gesehen habe, die Augen hat leuchten lassen. Sie hat einen Spontan-Trommelbauworkshop mit mir, ihrem Mann Hans und Nachbarin Andrea in ihrer Küche veranstaltet und ich durfte mir eine eigene Trommel bauen. Sie konnte nicht wissen, daß der Wunsch nach einer solchen Ritualtrommel seit einiger Zeit in mir schon sehr stark war. Was für ein großes Glück. Es war für mich ein sehr konzentrierter und intensiver Tag mit schönen Ritualen.

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Und meine neue Begleiterin war mir von Anfang an sehr vertraut.
Wir entlocken uns gegenseitig die schönsten Töne.
Ins neue Jahr habe ich mich getrommelt, mit einem Gläschen Wein auf das neue Jahr geschaut und an meine Liebsten gedacht.

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Ich bin sehr gespannt auf dieses kommende Jahr. Vieles wird passieren.

Tag 194 bis 204…Weihnachtsmarkt und Wiedersehen

“Wüßte ich alle Geheimnisse
Und hätte ich alle Erkenntnisse
Und hätte ich die Liebe nicht
So wäre ich nichts”

-Auf einer Mauer in München-

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Die Zeit mit Martina und Martin endete am Dienstag. Wir verließen sie, nicht ohne vorher noch meine Federgeschmückte Mütze zu suchen, die schließlich wieder auftauchte. Glück sei Dank! Mir hätte meine Krone sehr gefehlt.

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Wir gingen am Abend Richtung Autobahn um Moers in Richtung Essen zu verlassen. Nach einiger Zeit an einer ungünstigen Autobahnauffahrt beschlossen wir auf einer Wiese unser Lager für die Nacht aufzuschlagen. Es regnete in der Nacht, wir hatten das Tarp notdürftig über uns aufgespannt. Morgens war alles sehr feucht geworden, weil das Dach nicht alles abzudecken vermochte.
So fand uns am Morgen das Filmteam… Tanja, die Regisseurin kam aus München in Begleitung des Kameramannes Thomas und des Tonmannes Stefan, die ich noch nicht kannte…Es passte von Anfang an sehr gut zusammen.

Kameramann Thomas, Tonmann Stefan, Aktivist Boris
Kameramann Thomas,
Tonmann Stefan,
Aktivist Boris

Wir wurden beim Trampen gefilmt, was den natürlichen Verlauf der Dinge, den Flow, wie wir es nennen, ersteinmal völlig aushebelt.
Wenn wir im Flow sind, fügen sich die Dinge von selbst. Die Dreharbeiten besetzen den freien Raum, den es braucht, damit sich Situationen einstellen können. Aber die Situationen sollen in dem Film eingefangen werden… Eine Unmöglichkeit! Schwierig!
Glücklicherweise hielt in dem Moment, in dem wir gerade beschlossen hatten eine andere Auffahrt zu nutzen, die drei Kilometer weiter mehr Erfolg versprach. David, ein junger Mann, der uns bis nach Essen zum Weihnachtsmarkt mitnahm.

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Dort trafen wir im Verlauf der Dreharbeiten auf dem Mittelaltermarkt auf Markus, den Töpferbaron. Es ging auf den Abend zu und da Boris und ich einen Schlafplatz suchten, vermittelte er uns an Rolf den Schmied, der uns auch gleich einen Schlafplatz in seinem Kinderschmiedestand anbot.

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Er schmiedet dort an einer kleinen Esse, zusammen mit den Kindern kleine Hufeisen und wer möchte darf sich einen Lederbeutel herstellen.
Er verlangt kein Geld dafür. Jeder darf geben, was er möchte, oder auch nichts. Das hat uns sehr beeindruckt. Er schenkt und wird belohnt. Manche Menschen geben nichts, manche mehr. Er kann davon leben.
Am Donnerstag drehten wir einige InterviewSequenzen im Park.
Da der Tag mit den Dreharbeiten sehr schnell vorbei ging, beschlossen Boris und ich noch eine Nacht in Essen zu verbringen und wurden von Rolf eine weitere Nacht herzlich aufgenommen. Er brachte uns ein neues Spiel bei… “AltWerkWeh”. Es erinnert etwas an Mühle, Dame, Halma….

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Am Freitag besuchte mich meine Familie in Essen. Ich habe zwar alle während meines Laufes mal gesehen, aber einen gemeinsamen Tag hatten wir seit genau sechs Monaten nicht. Ich bin mit meiner Aufgabe, meinem Lebenslauf und allem, was mir begegnet, innen und außen so sehr herausgefordert, daß ich selten gewahr bin, wie sehr die Menschen die ich einfach verlassen habe erst einmal von dieser neuen Situation gefordert sind. An diesem Tag in Essen hatte ich das Gefühl, daß jeder seine Schritte gegangen ist, und die Situation, wie sie ist, immer besser annehmen und mir vielleicht auch eines Tages meine kompromisslose Entscheidung vergeben kann.
Ich habe meine Liebsten genossen und konnte sie am Abend glücklich und etwas wehmütig verabschieden.

Boris ist irgendwann am Tag nach Köln gefahren, zu Freunden.
Ich bin abends hinterhergetrampt.
Ich habe nicht lange an der Autobahn gewartet, da hielt Rebecca und hat mich direkt pünktlich zum grandiosen Konzert von “Bermooda” in Köln direkt vor die Tür gebracht. <3 Rebecca versucht, wie so viele Menschen, die Aufgaben, die das Leben ihr als Alleinerziehende Frau stellt, zu bestehen. Sie hat ihre Mitte etwas verloren und wirkt sehr getrieben. Viele Menschen geben soviel ihrer Energie in die Erhaltung des Systems. Es ist komisch für mich, das zu sehen. Und gleichzeitig macht es mich traurig. Ich stelle mir vor, niemand müßte mehr Energie in den Kampf, in diesem System nicht unterzugehen, stecken. Was könnten wir mit der Energie alles schaffen....Und besser und lebenswerter gestalten.... Sie fuhr unkonzentriert und sehr riskant. Als sie mich kurz vor dem Ziel absetzten, hatten wir noch eine Zigarettenlänge für etwas Gespräch und damit sie sich kurz entspannen konnte. Ich zeigte ihr das Atmen, tief in den Bauch, wie ich sie auf meiner Reise in Steyerberg von Johanna gelernt hatte. Mir hat es in vielen Situationen schon sehr gut getan. Ich kann inzwischen selbst Schmerzen durch die Atmung lindern. Der Eintritt zu dem Konzert war frei! Boris traf ich am Eingang wieder. Was für ein Tanzabend! Die Band gibt es erst ein Jahr. Georg, den Sänger habe ich kennengelernt... Was für ein Fest! Bei Boris Freundin, Rovanna, bin ich in der kurzen Nacht untergekommen. Boris hat am nächsten Tag den Bus nach Passau genommen, um an einem Gemeinschaftsgründungstreffen teilzunehmen und ich bin hinterhergetrampt. Ich habe mich am Samstagabend an die Auffahrt der A3 gestellt, die direkt nach Passau führt, um erst einmal auf die erste Raststätte zu kommen. Ziemlich schnell hat mich eine freundliche Frau Richtung Frankfurt mitgenommen. Da sie ein Telefonat mit einer Freundin nicht abbrach, konnten wir nicht richtig darüber reden, wie weit sie mich mitnehmen kann. Als ich merkte, daß sie Richtung Frankfurt-Hahn zum Flughafen wollte, um einen Freund vom Flieger zu holen, war es leider zu spät. Ich war auf einer anderen Autobahn gelandet. Es war die nach Mainz, Mannheim..... So hatte ich Gelegenheit noch liebste Freunde in der Nähe von Bingen zu besuchen. Ich schlief ein paar Stunden auf einer Wiese auf der Raststätte "Mosel", wo mich morgens Saskia einlud und direkt an die Abfahrt Rümmelsheim brachte. So kam ich überraschend und pünktlich zum Frühstück bei Peter und Sara an. Am Abend, nach einem wunderschönen Tag in liebevoller Atmosphäre, inmitten von Weihnachtsvorbereitungen, ich war Zeuge des entstehens einer Flottille samt Kapitän und der historischen Entdeckung eines Schachspiels aus dem 12. Jahrhundert, brachte mich Sara wieder auf meinen Weg auf die A3. Das war noch ein schönes Wiedersehen. Und noch eine Flasche Wein, von meinem Lieblingsfluß, der Nahe begleitete mich. Ich wurde nach einiger Zeit dann von einem freundlichen und interessierten Paar aus Belgien, in einem älteren sportlichen Volvo mitgenommen. Bis Nürnberg wollten sie mich bringen. Bei Aschaffenburg, gegen Mitternacht, machte das Auto komische Geräusche und qualmte plötzlich heftig. Der Zahnriemen war gerissen und wie wir später vom Abschleppdienst erfuhren, war der Motor nicht mehr zu retten. Sie nahmen ein Zimmer in Aschaffenburg, und ich mußte nun ein weiteres Mal versuchen, wieder auf die A3 zu kommen. Da es regnete und ungemütlich würde, habe ich mich Schlafsackumschlungen unter das Eingangsdach eines Mercedes-Autohauses gesetzt und drei Stunden im Sitzen geschlafen. Um Acht weckte mich ein junger Mitarbeiter, und scheuchte mich nicht etwa weg, wie ich erwartete, sondern schenkte mir eine Tüte Weihnachtskekse und wünschte mir einen guten Morgen! <3 Wenn ich denn noch mal ab und an Erwartungen habe, werden die nicht mal mehr erfüllt! Wie schön. Ein freundlicher Mann brachte mich von dieser schwierigen Auffahrt weg zur nächsten Raststätte, wo ich mich gegen Mittag mit einem Stuhl vor den Eingang setzte und gespannt wartete, was wohl als nächstes passieren würde. Ich fragte die Reisenden, nach einem Platz im Auto... Ich hatte tolle Gespräche an der Raststätte, bekam mehrere belegte Brötchen geschenkt, viele Getränke, Geldscheine wollte man mir zustecken, insgesamt 60 Euro, die ich alle ablehnte, worauf ich noch mehr zu Essen bekam... Soviel Freundlichkeit. Das wärmt das Herz. Oft werde ich nach negativen Erfahrungen gefragt, und immer antworte ich, daß ich noch keine schlechten Erfahrungen auf meiner Tour gemacht habe. Und das stimmt. Jedoch gibt es Reaktionen, die ich ganz fürchterlich und Traurig finde. Wenn ich Menschen auf dem Weg zu ihrem Auto freundlich und achtsam frage, ob sie in meine Richtung fahren und sich vorstellen können, mich mitzunehmen, und sie gehen einfach weiter und tun, als ob sie mich nicht wahrnehmen würden, was wohl ihrer Unsicherheit oder Angst geschuldet ist. Darin liegt eine so starke Verachtung, daß es mich erschüttert. Absagen auf Augenhöhe, wie von zwei Frauen, die beide freundlich erwiderten, nachdem sie mich angehört hatten, sie möchten niemanden mitnehmen, nehme ich dankbar ohne Hadern an. Aber Luft für jemanden zu sein, trifft tief! In diesen Stunden auf der Autobahnraststätte hatte ich beide Extreme reichlich. Bis dann Julia und Thomas kamen und mich direkt nach Ruhstorf bei Passau brachten. Julia Übernahm nach kurzer Zeit das Steuer, damit Thomas und ich vieles besprechen konnten. Was für eine wunderbare, inspirierende Begegnung und kurzweilige Fahrt. Wieder eine Begegnung, die für alle ein Segen war, mich glücklich macht, und sich im Nachhinein unausweichlich anfühlt. Danke für diese guten Momente. Sie brachten mich bis auf den Seminarhof, den Ginas und Sandys Eltern betreiben und lernten noch alle kennen, die mich erwarteten: Die Gastgeberinnen Gina und Sandy, Nadine, Karl und Boris. Gemeinsam wollten wir zwei Tage über Gemeinschaftsgründung sprechen. Auch das war ein schönes Wiedersehen. Ich hatte alle Fünf und auch Sandra, die am Mittwoch mit ihrem Freund dazukam schon auf dem utopival im August kennengelernt. Gemeinsame Spaziergänge, Yoga- und Turnübungen, kochen, essen, Gespräche über Grenzen, Toleranz, Erwartungen im Leben in Gemeinschaft... Schöne Tage! Danke! Über vieles konnten wir wunderschön und offen reden und alle haben ihre Positionen anschauen und überdenken können. Einiges hat sich bei jedem bewegt. FB_IMG_1450918455460

Am Mittwoch Abend standen dann Boris und ich wieder an der Autobahn bei Passau, an einer Auffahrt, die unbeleuchtet und sehr schwierig war. Von allen Vorbeifahrenden wurden wir ignoriert. Die einzigen, die uns zuwinkten waren Menschen auf der Flucht, die in Bussen vom Auffanglager zu irgendwelchen Unterkünften in Sporthallen gebracht wurden.
Wir alle unterwegs zu Frieden und Freiheit.
Felix, ein junger Student der Staatswissenschaft, nahm uns schließlich mit nach München. Eine Fahrt mit dem Rucksack zwischen den Beinen in einem vollen Auto, mit interessantesten Gesprächen, bis an die Münchener Innenstadt.
Wir kamen hier in der Nacht vor Heiligabend bei Tanja, einer Freundin, unter. Am nächsten Tag verließ mich Boris erneut, um einige Dinge zu regeln, seine Mutter zu besuchen und Silvester bei Freunden in Leipzig zu feiern.

So verbrachte ich die Weihnachtstage wunderschön, mit mir, in der Capoeiraschule von Tanjas Mann Saguin.

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Und mit einer Einladung zum Abendessen am ersten Weihnachtstag bei einem eBuch-Kollegen und Buchhändler, Sebastian Otter und seiner Freundin Tanja. Dort lernte ich Claudia kennen, die zehn Jahre schon den Christkindlmarkt in München organisiert.
Es war ein schönes, trautes Weihnachtsmal.
Ich habe dieser Tage hier in München zu Ruhe und Frieden gefunden und bin gerade sehr dankbar und glücklich!

Und all das wünsche ich Euch Allen! Danke für die vielen wunderbaren Mails und Grüße zu Weihnachten. Ich hatte ein sehr glückliches Fest, mit besten Gefühlen und Gedanken, für alle Menschen, die sich so nahe anfühlen. Danke!

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Mit Boris unterwegs zum Bodensee… Teil 2

Mit Boris unterwegs zum Bodensee… Teil 2

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(Boris) Mittwoch Abend trafen wir Wilfried und Eva, die sehr interessiert an den Beweggründen der Reise waren und was in Jens an Veränderungen stattgefunden haben, ehe der Wunsch geldfrei ein Jahr durch Deutschland zu wandern aus seinem Herzen entsprang.
Jens berichtete vom Wandel innerer Werte und Einstellungen. Vom Loslassen so vieler Ängste, die ihn das Leben lang beschränkt haben, aufhielten etwas zu verwirklichen oder der Ursprung dafür waren, dass er sich selbst klein redet. Auch darüber, wie dieser innere Wandel nun den eigenen und den Gesellschaftlichen Wandel im Außen bewirkt und beeinflusst (wobei wir gesellschaftlich betrachtet nicht auf einen völligen inneren Wandel beim Großteil der Bevölkerung warten dürfen, sondern eben parallel bereits die Außenwelt durch Ideen, eigenes Verhalten, Projekte und Gemeinschaften versuchen müssen durch das eigene Beispiel zu inspirieren und von anderen/neuen Möglichkeiten zu begeistern – die für alle besser sind. Für einen selbst, für den anderen und die Umwelt. Win-Win-Win). Von innen nach außen. Nicht andersrum.
[ Ich sehe die Veränderung in der Gesellschaft, raus aus der Maschine der Angst und Bedrohung, hin zu einer Gesellschaft im Vertrauen auf allen Ebenen, allen Bereichen, als eine feine Mechanik, die nicht nur an einer Stelle entsteht und in Gang gesetzt wird, sondern an allen Punkten gleichzeitig.]

Jens erzählte mir von einem ehemaligen Psychose Patienten, der ihm vermittelte, dass sein Leben doch nicht besser werden könnte, wenn sich die Umstände nicht bessern würde. Was sich ändert, liegt in unserer Hand. Wofür wir unsere Gedanken investieren, wieviel Gewichtung wir Gefühlen und Situationen beimessen, welche Entscheidungen wir täglich treffen und wie wir mit “Rückschlägen” umgehen.
[Das oberste Thema Frieden zum Beispiel… jeder Mensch hat eine andere Meinung dazu, wo der Friede beginnt. Viele Menschen sagen mir, der Friede beginnt in uns selbst. Und das sehe ich genauso. Und ein Prozess, welcher nicht aufzuhalten ist, wird langsam aber sicher auch alle anderen Bereiche durchziehen. Das sehe ich genau so. Dieser Junge Mann aber fragte, wie er inneren Frieden finden könne, in dem Wissen, daß um ihn herum nur Kampf ist. Auch das ist etwas, was mich sehr bewegt. Ich bin überzeugt, daß der Weg in eine friedliche und lebenswerte Welt auf allen Ebenen gleichzeitig gegangen werden muss. Viele sind in ihren Bereichen sehr aktiv und erfolgreich. Wir haben alle Zutaten für die Zukunft, wie sie nur sein kann.
Viele Menschen, die ich treffe, haben einen Teil zur Lösung.
Und wenn wir unsere Schätze zusammen auf den Tisch legen, werden wir Erfolg haben, und unsere Nachfahren einen Grund zur Freude.]

Eva entschied sich uns zu sich nach Hause einzuladen, was wir nicht nur angesichts der kühlen Temperaturen am Bodensee liebend gerne annahmen. Denn die Begegnung mit ihr entwickelte sich zu einer Fügung, wahrscheinlich für uns alle drei.
Am nächsten Morgen beim Frühstück setzten wir beim Thema innerer Wandel erneut an.
Eva erinnerte uns wieder daran, dass selbst dieses Verbundenheitsgefühl – was uns derzeit intensiv begleitet – weiterhin geprägt sein wird und ist von persönlichen Wünschen und Erfahrungen. Dass es sich weiter entwickeln wird, noch ausbaufähig bleibt und der Weg noch längst nicht abgeschlossen ist, auch nicht der gedankliche Prozess auf diesem Lauf – was uns manchmal die Fantasie sprengen lässt, denn wir können uns kaum noch ausmalen, wie die einzelnen Situationen, die wir erleben, noch besser zusammen gefügt sein könnten. Gefühlt erfüllt sich jeder unserer Wünsche umgehend nach einer wieder mal begeisternden Begegnung mit einem wundervollen Menschen.

[Jens] Ich hatte ein sehr tiefes Gefühl dazu, wie sich alles auf meiner Reise wundersam zu fügen scheint. Ein Bild hatte ich.
Wir alle sitzen im Käfig. Wie ein Vogel, der von Natur aus fliegen will. Aber sich nicht traut. Der zwar von der Luft gehört hat, die ihn tragen würde, sobald er den Käfig verlässt, aber ja gar keine richtige Vorstellung davon hat wie es funktionieren soll. Das kann er ja in seinem Käfig nicht ausprobieren. Das kann ihm jemand erzählen und er muß vertrauen. Es ist der mutige, vertrauensvolle Schritt aus der Tür nötig um zu fliegen. Und die Tür geht nur von innen auf.
So sind wir Vögel in unserem System.]

Eva erinnerte uns auch wieder daran, dringend für den Winter vorsorgen zu müssen. Es werde kalt, die Nächte draußen sind ohne bester Ausrüstung schwierig zu überstehen. Es zehrt zumindest an den Kräften.
Solange wir uns hier auf Erden bewegen, ist unser Körper das heiligste Gut. Eine Voraussetzung für ein wohlbefindliches Leben.
[Jens] Mir ging es körperlich nie besser! Aber ich werde Evas Rat beherzigen und die zwei kommenden Ruhewochen auch dafür nutzen, Unterkünfte für Dezember und Januar zu finden, für die möglich kalte und zehrende Zeit, auf dem Weg in den Norden, nach Berlin!]

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Später im Wald bezeugte Jens Feierlich vor versammelter Mannschaft, also vor mir und allen anwesenden Bäumen, dass er ab heute wieder vegetarisch leben werde. Auf dem Weg zum Veganer.
[Jens]Ich weiß, daß es die Nahrungsaufnahme eher etwas schwieriger gestaltet, denn der Süden des Landes scheint sehr Fleisch- und Wurstlastig.
Ich mache dennoch kleine Schritte, und nehme unterwegs auf jeden Fall noch Butter -sonst müsst ich bestrichene Brötchen ablehnen-, Milch und Eier – Kekse und Kuchen liebe ich-……Und mein Daunenschlafsack ist momentan alternativlos und unersetzlich. Obwohl ich doch weiß, daß auch all diese Produkte Leid und Elend produzieren. Ich sehe auch, daß es als Zwickmühle erscheint. Aber das scheint nur so. Ich mache meine Schritte, alleine darum geht es.
Ich ertrage nicht mehr weiter die Vergewaltigung des Lebens.
Aber ich mache damit einen weiteren persönlichen wichtigen Schritt in die Welt, wie ich sie mir vorstelle.]

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Auf der Autobahn:

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[Boris] Francesco, aus Albanien stammend, ein vom ersten Moment an offener, authentischer und herzlicher Mensch war auf der Durchfahrt nach Zürich. Leider nicht unsere Richtung, obwohl er uns sehr gerne mitnehmen wollte. Er gesellte sich jedoch lange Zeit zu uns, lange genug, um einen bleibenden Eindruck bei uns zu hinterlassen.
Wir sprachen darüber, dass viele der Leute, die wir angesprochen hatten, ängstlich wirkten und erst gar keinen Kontakt zuließen. Wir sprachen darüber, wie wichtig es sei eben auch jenen Menschen wohlwollend gegenüber zu treten, von denen man etwas befürchtet. Nicht selten provoziert diese ängstliche, vermeidende, in jedem Fall negative Einstellung und Denkweise genau diese Situationen, die man nicht erleben wollte.
Er erzählte uns eine Geschichte, die ihm selbst 1995 passiert sei. In Kroatien hätten zwei mit einer Kalaschnikow bewaffnete Männer ihn angehalten und Geld verlangt. Er habe ihnen erzählt, dass er 800DM dabei habe, das Geld für die Einreise in seine Heimat bräuchte. Er sei selber nicht wohlhabend, arbeite sehr viel für sein Geld.
Er antwortete Ihnen “Ich gebe euch das Geld, aber lasst uns doch erstmal ein Bier trinken.” Daraufhin entstand tatsächlich eine ruhige Atmosphäre, in der man sich austauschte und gemeinsam das Bier genießen konnte. Im weiteren Verlauf habe er ihnen jeweils 100DM angeboten, beide hätten das Geld abgelehnt und ihn gebeten weiter zu fahren. Es sei nichts geschehen.

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[Boris] Auf der Raststätte “im Hegau” trafen wir nach einigem Warten auf Tabea. Ein Engel unter ihresgleichen. Sozialpädagogin von Beruf, arbeitet mit Menschen, die meist als geistig behindert bezeichnet werden, ist – was mich sehr freute – eine Veganerin und absolut auf unserer Wellenlänge. Sie kannte Probleme beim Trampen, zeigte ein großes Herz und viel Offenheit. Eigens für uns machte sie einen Umweg, damit wir besser weiterreisen können und gab uns sogar noch köstlichste Hafermilch und das leckerste Brot – Dinkelbrot – meines Lebens mit. Natürlich ist es Tabea, über deren gemeinsames Foto wir uns heute besonders freuten. Auf ein Wiedersehen, du Schutzengel!

Tabea aus der Schwietz.
Tabea aus der Schwietz.

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Boris hat mich bis nach Limpach begleitet und ist noch zwei Tage geblieben. Dann ist er gefahren um einige Freunde zu besuchen.
Danke für die schöne gemeinsame Zeit….See you!

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Mit Boris unterwegs zum Bodensee… Teil 1

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Am 154. Tag meiner Reise brachen Boris und ich in Heidelberg auf.
Wir wanderten über Hockenheim und Oberhausen-Rheinhausen zur Autobahnraststätte Bruchsal. Von dort wollten wir die restliche Strecke zum Bodensee per Anhalter zurücklegen.
Ich hatte Elke, einer Bekannten, die für zwei Wochen in Deutschland verschiedene Seminare gab, zugesagt ihr Acht Monate altes Hundemädchen Mira zu versorgen. Ich wollte die Zeit nutzen, um einfach mal etwas ähnliches, wie eine kleine Inventur meiner Reise machen. Es war zeitlich die Hälfte meiner Reise und auch der Bodensee markierte Geographisch meine Wendemarke. Ich nutzte die Zeit in Limpach für lange, mehrere Stunden währende Spaziergängen mit Mira.
Jetzt, im Winter ist es für mich unumgänglich, öfter Quartier zu haben, schöne und herzliche Einladungen anzunehmen. Einige Gegenden habe ich auf meiner Wanderung auslassen müssen. Die werde ich bis Februar bereisen, Menschen besuchen, zwischendurch immer wieder auch Wandern und mich dem Leben unterwegs hingeben. Räume schaffen, in denen alles möglich sein kann. Ab Februar werde ich im Süden wieder ansetzen und gen Heimat wandern, ausschließlich zu Fuß.
Am Bodensee um Limpach herum war es einfach schön.
Als Boris und ich Heidelberg verließen, begann eine besondere Zeit.
Von Anfang an gingen wir gemeinsam in unsere Aufgaben und Situationen heran, tauschten uns darüber auf einer verständigen Ebene aus, reflektierten und berieten, bei großer Nähe und objektiven Abstand. Wunderbar. Auf unserem Weg zum Bodensee sind uns viele Menschen in unterschiedlichen Situationen begegnet, Momente, die uns tief berührt, oder froh gemacht haben.

Zum Beispiel übernachteten wir in einer Garage, die zur XXL-Taverne gehörte, in der wir am Abend vorher nach Wasser für unsere Flaschen gefragt haben. Magda und Denise haben uns sofort aufgenommen und uns so liebevoll ver- und umsorgt. Am nächsten Morgen lud uns Tadäusz, ein Bauarbeiter aus Polen und Dauerbewohner einer kleinen Wohnung in der XXL-Taverne auf einen Kaffee ein. Er arbeitet schon einige Jahre in einer Baufirma in Deutschland und vermisst die Familie ganz schrecklich. Bei einem guten Cowboykaffee, meinem Lieblingskaffee, erzählte er bis ihm die Tränen kamen. Es war ein sehr berührender und naher Moment. Ein trauriges, unendlich gutes Herz.
Oder in einer Autobahnraststätte, in der wir zwei Frauen mitten in der Nacht nach etwas Essbaren fragten. Sie erklärten uns, es ginge nicht, das sei verboten, die Kameras würden alles aufzeichnen… Wir verstanden und wollten, um niemanden in Bedrängnis zu bringen, sofort gehen, als sie zwei belegte Brötchen vor uns auf den Tresen legten und uns darum baten, sie zu nehmen. Einen neuen Job würden sie immer finden, versicherten uns alle beide. Es war der Wunsch, uns etwas Gutes zu tun und ein wenig Widerstand gegen die Verhältnisse. Es entstand eine Situation, in der wir nicht mehr wußten, was wir tun sollten. Sie hatten sich auf jeden Fall entschieden, uns zu beschenken und so nahmen wir die Brötchen an.
Wir haben viel über diese Situation gesprochen und waren uns hinterher klar darüber, daß wir solch ein Opfer in Zukunft nicht mehr annehmen werden.
Es gab viele gute Momente, in denen wir herzlich aufgenommen wurden.
Boris hat in den Tagen unseres Unterwegsseins die Aufgabe des Chronisten genommen.
Er berichtet sehr viel detaillierter als ich, kommt oft sehr schön direkt auf den Punkt, greift meine Gedanken, unsere Gespräche sehr gut auf.
Ein paar seiner Blogs aus unseren zwei gemeinsamen Tagen folgen unten und sind mit Namen in Klammer markiert……..

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Irgendwann war der Moment, an dem wir beide spürten, daß ein Brötchen, von Herzen bekommen so viel besser schmeckt, als große Speisen, die nicht von Herzen kommen….

(Boris) Angekommen in Oberhausen-Rheinhausen konnten wir unser heute morgen besprochenes Prinzip gleich umsetzen, als wir in einem Restaurant eher hektisch empfangen wurden und ebenso schnell wieder das Weite suchten. Danach haben wir uns beim Italiener herrliche Zaubertricks beibringen lassen und im Ciao Bella Erhan und David (komischer Name für einen Mann mit indischen Wurzeln ) kennengelernt. Hier wurden wir gleich herzlich empfangen, der Laden befindet sich noch im Aufbau, dennoch ließ es sich David nicht nehmen die folgende Stunde nur bei uns zu verbringen und uns eine sehr ordentlich belegte Gemüse Pizza zubereiten zu lassen (köstlicher Gaumenschmaus!).
Erhan wirkte sehr interessiert an unserer Reise. Ein höflicher und anscheinend sehr fleißiger junger Mann, der unter der Woche in einer Fabrik arbeitet und am Wochenende noch in der Pizzeria aushilft. Sein Chef David lobte ihn über den Klee.
David selbst teilte unsere Weltsicht und konnte uns einige interessante Sichtweisen liefern. Wir sprachen über Religionen, alle verschiedenen und dass sie doch dennoch das gleiche meinen. Über die eine Kraft, die alles regelt. Er nahm das Beispiel mit den acht Milliarden Menschen, von denen jeder einzelne völlig verschiedene Fingerabdrücke habe. Gleiches sieht man tatsächlich auch in der Natur und Tierwelt überall, wo Ordnung und Chaos in schierer Harmonie zu funktionieren scheinen. Keine Delfinflosse, kein Leopardenmuster gleicht dem anderen. Wer leitet diese “Ordnung”?
Wir sprachen über die schwierigen Situationen weltweit. Er berichtete von Armut, fehlendem Zugang zu Trinkwasser und Menschen – die nichts verändern wollen – aus Indien. Er sei Deutschland sehr dankbar für alles, was er hier lernen durfte. Lernen über das Leben, nicht das, was man in Schulen “lernt”, meint er.
Aber das Miteinander und Fürsorge vermisse er hier vor allem, das fehle den Menschen.
Nachdem wir uns mehrfach bei ihm für alles bedankten, intensivierte sich der Wille meinerseits nun nur Herzensessen anzunehmen.
Was Karma so alles drauf hat, sollte sich dann noch am gleichen Abend herausstellen.

Wir folgten dem Rat des Italieners, der uns von einer Halle erzählte, die wir zur Übernachtung nutzen könnten. Der Straße folgen und auf der linken Seite, nichts leichter als das.
Nach einer kurzen Odyssee wollten wir in der XXL Taverne nochmal nach dem Weg fragen. Denise, die uns am Eingang empfing und zunächst fragte, ob wir ein Zimmer gemietet hätten, kommt allerdings nicht aus der Gegend, wusste es also nicht. Auch Magdalena, die Besitzerin, kannte keinen Rat. Scheinbar gab es keine Halle zur Nutzung. Die letzten Kunden waren noch da, im Inbegriff zu gehen.
Wir kamen ins Gespräch, Denise blühte immer weiter auf und beschenkte uns mit ihrem Lachen von Herzen und sehr viel Aufmerksamkeit. Magdalena gesellte sich immer wieder dazu, bereitete uns unglaublich leckeren und großen bunten Salat vor. Brot. Wasser. Rippchen für Jens. Liebe. Zeit. Empathie. Ein Dach über den Köpfen. Frühstück für morgen. Herzlichkeit. Alles, was unser Herz begehrt. Wir sind binnen weniger Momente überflutet worden mit unvorhersehbaren Gesten und Emotionen. Wie schön und unkompliziert es doch laufen kann. 🙂
Denise fand richtig Gefallen an unserem Vorhaben, sie und Magdalena werden wir morgen Mittag Wiedersehen und uns mit einem sehr guten Gefühl und tiefer Dankbarkeit verabschieden.

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Wie machen wir den Menschen bewusst, möglichst ohne zu viel ihrer Zeit zu beanspruchen, dass unsere Reise eine selbstbestimmte Entscheidung ist, wir in keiner Not sind und durch unsere Kontaktaufnahmen doch eigentlich auf Frieden und ein solidarisches Miteinander aufmerksam machen möchten?
Mit dieser Frage im Hinterkopf und einer guten Portion Achtsamkeit betraten wir später ein China Lokal. Eine Gruppe junger Leute war noch anwesend, wir stellten uns beim Personal vor und fragten nach einer Möglichkeit Wasser aufzufüllen. Diese wurde uns genehmigt und Daniele, der erste der Gruppe sprach uns auf unsere Reise an. Wir kamen direkt ins Gespräch, Jeremias, Ashley und Mona gesellten sich dazu. Wir verabschiedeten uns wieder voneinander, da die Gruppe bereits zwei Stunden im Lokal war und jetzt nach Hause wollte. Doch ihr Interesse schien geweckt, denn umgehend kam Ashley wieder ins Lokal und bot uns Kaugummis an. Diese Abwechslung nahmen wir an, vor allem, weil Jens und ich beide von Anfang an ein sehr gutes Gefühl bei der Gruppe hatten. Das waren herzliche Menschen vom Feinsten, was ich aus meiner Altersklasse nicht unbedingt gewohnt bin.
Kurz darauf kam Ashley erneut mit Daniele rein, sie bestanden darauf uns eine Mahlzeit auszugeben, wir ließen sie jedoch entscheiden. So machen wir es immer, da wir bewusst keine Ansprüche stellen möchten. Wer unser Vorhaben in welcher Form auch immer unterstützen möchte, soll es bitte von sich heraus machen. Was aus einem selbst kommt, und sei es nur eine Idee, überzeugt und fruchtet viel besser.
Als die beiden bestellen wollten ergänzte die Verkäuferin gleich, dass das Lokal die Kosten übernehmen wird. Keiner brauchte zu zahlen. Karma hatte zugeschlagen, dank Daniele und Ashley. Wir machten noch ein gemeinsames Bild, unterhielten uns kurz und hoffen innig, mindestens einen von ihnen wiederzusehen oder vielleicht sogar auf dieser Seite zu finden. Vielen Dank euch, bleibt so wahrhaftig und offen, wie ihr auf uns gewirkt habt! Das ist die next generation.

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Tag 182 bis 193…Glühwein und Gebete

Vom Bodensee bis nach Moers.

Am Mittwoch brachte mich Elke liebsterweise nach Singen, an die Autobahnraststätte “Im Hergau”. Ich hatte am Vormittag noch einen langen Spaziergang gemacht, das erste mal ohne Mira, also ganz alleine. Auf dem Spaziergang erwischte mich meine Zweifelmaschine wieder mit vollsten Wucht. Ich dachte das erste mal ernsthaft daran aufzugeben. Das war schlimm. Ich saß da im Wald, unfähig mich zu rühren, fühlte mich klein und hilflos, völlig überfordert in meiner Situation, keine Ahnung habend wie es weitergehen soll, was ich tun kann. Allein gelassen.

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Ich nahm mir Zeit alles zu fühlen und spürte, daß ich nicht alleine bin. Einer von vielen, die gemeinsam unterwegs sind.

Ein intensives Gebet an einer hohen Fichte brachte Klarheit und Stärke zurück.

Ich war später also auf der Raststätte Hergau, wo ich nur einige Minuten stand. Das dritte Auto brachte Holger zu mir, der sofort anhielt und mich eine Raststätte weiter bringen wollte.

Dort wollte er einen Abstecher nach Metzingen machen, wo er einen Anzug, im ersten Outlett Deutschlands bei Hugo Boss, suchte.
Das Gespräch war so interessant und Intensiv, daß er beschloß, mich bis nach Heilbronn, seinem Ziel, mitzunehmen.
Holger lebt seit kurzem in Zürich. Seine Frau macht dort eine Literatursendung im Schweizer Fernsehen. Er ist Anwalt mit großem sozialem Engagement.
Er sprach über seine Enttäuschung von Menschen, die nicht dankbar für die Kleinigkeiten sind und immer mehr wollen. Letztenendes hört das soziale Engagement, das Geben, Immer irgendwo auf, weil doch mehr verlangt, gebraucht wird.
Irgendwann endet es doch wieder bei Geld.
Ich sagte, das die schönen Erinnerungen an ganz andere Ereignisse geknüpft sind.
Wenn Menschen gemeinsam an eine große Aufgabe gehen,sie lösen , um sich miteinander einen Gefallen zu tun. Jeder dort seinen Platz hat.
Anerkennung, Aufmerksamkeit, Wärme, Geborgenheit, Liebe….Dort findet. Was wir alle so brauchen.
Er erzählte, das er sich die Welt auch so wünschen würde…Es sich aber nicht vorstellen könnte, daß soetwas möglich sei..
Ich fragte, ob er es gerne sehen würde und er schien angeregt begeistert.
Eine wunderbare Fahrt, die mich sehr inspiriert und belebt hat.

Auf der Raststätte Heilbronn angekommen, lernte ich Ibro und seine Frau Emi aus Mazedonien kennen. Ein langes wundervolles Gespräch, nachts an der Zapfsäule folgte.
Am nächsten Tag erreichte ich Mainz und traf mich für drei Tage mit Birgit. Wir wohnten bei Anna und ich lernte Ferdi, ihren Freund kennen.
Anna und Ferdi kennenzulernen war ein großes Glück. Wir hatten wunderbarsten Gedankenaustausch, Ideenfeuerwerke….. Und Glühwein! Auf dem kleinsten Weihnachtsmarkt in Mainz.
Und da traf ich auch Alex und seine Chefin Magda. Und da traf ich auch Alex und seine Chefin Magda.

tmp_4861-DSC_0026356155802Huttausch mit Alex. Ich durfte sein Juristenhütchen probieren und er konnte einmal meine Krone tragen. 🙂

Alex ist angehender Jurist. Wir trafen uns zweimal und sprachen viel über den Ausbruch des Weltfriedens. Ein sehr spannendes Thema.
Die Tage mit Birgit waren wundervoll entspannt, sehr nah und verbunden, und endlich konnten wir nach dem ersten halben Jahr mit viel Zeit vieles klären. Letztlich war es doch zu wenig Zeit….
Am Sonntag ist dann Birgit nach der schönen Zeit nach Hause gefahren.
Bis Montag könnte ich noch bei Anna bleiben und ihren Liebsten Ferdi kennenlernen. Diese beiden kennenzulernen war eine ganz besondere Freude.

tmp_4861-DSC_00361535390452Beim Abschiedsfrühstück…Frisurenberatung von Anna!

Am Montag Abend habe ich Mainz zum wiederholten mal verlassen und bin ohne nennenswerte Ereignisse nach Moers getrampt.

Hier genieße ich die große Gastfreundschaft von Martin, Martina und deren Tochter Merle. Martin ist ein alter Schulfreund meines jüngeren Bruders Heiko. Er ist sehr früh auf mein Vorhaben aufmerksam geworden und hat mich eingeladen. Nach Lindlar bin ich am Ruhrgebiet vorbeigegangen, obwohl ich einige Tage hier verbringen wollte.
Jetzt, in der Winterzeit bietet es sich an, den einen oder anderen nachträglichen Besuch zu machen.
Und gestern Abend ist auch Boris wieder aufgetaucht.
Und gestern Abend ist auch Boris wieder aufgetaut.
DSC_0011 Der Abend des dritten Advent in trauter, herzlicher Runde am schönsten Ofen.
Und morgen geht es weiter, Richtung Dortmund, wo mich Birgit und meine Kinder zum Kaffee am Freitag besuchen kommen.

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Also rein in den Pott….