…Ich hab mein Hut in Heidelberg verloren…Frei nach Fred Raymond

Heidelberg.

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In Heidelberg ist viel passiert.
Schon auf dem Weg dahin entwickelte sich alles wunderbar. Eine schöne Wanderung war es, teilweise am Neckar entlang, mit Übernachtung in Ladenburg. Ladenburg blickt auf eine höchst interessante Geschichte zurück, hin und her gerissen zwischen Kriegen und Frieden. Spannend nachzulesen bei Wikipedia. (Ich kann es leider auf meinem Tablet nicht verlinken) zu Anfang heißt es:
“Ladenburg bezeichnet sich selbst als älteste Stadt Deutschlands rechts des Rheins.[4] Die Erstbesiedlung des Ortes erfolgte irgendwann zwischen 3000 und 200 v. Chr. Ladenburg bestand zunächst als keltische Siedlung Lokudunom (= „Seeburg“).[5] 200 v. Chr. wurde der keltische aumittelpunkt vom Heiligenberg bei Heidelberg nach Ladenburg verlegt.
Im Jahr 40 wurden suebische Elbgermanen von den Römern als Bauernmiliz angesiedelt. In den römischen Quellen werden sie Suebi Nicrenses („Neckarsueben“) genannt. 74 n. Chr. gründeten die Römer dort Auxiliarkastelle mit einem Lagerdorf (vicus), die Keimzelle der späteren Stadt. Zur Garnison zählte eine Auxilien-Reiterabteilung der Cananefaten.”
Jeder kann sich ausmalen, wie es weiterging. Die Allemannen kamen, Bischöfe, Kurfürsten, ein Dom würde gebaut, Kämpfe, Kriege…..
Schönes Städtchen, mit einem guten Gasthaus. Anna lud mich hier im Gasthaus zu Essen und trinken ein. Ein Selfie zu machen hat etwas gedauert, irgendwer hat jedes mal komisch geschaut.

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Am Samstag Abend, in Heidelberg angekommen, habe ich mich unter eine große Trauerweide auf den Neckarwiesen gelegt. Hier war ich mit Janice Jakait verabredet. Janice ist vor wenigen Jahren mit einem Ruderboot über den Atlantik und hat ihre Erfahrungen in ihrem Buch “Tosende Stille” verarbeitet. Was für ein Abenteuer!

https://m.facebook.com/janicejakait/

Und so trafen sich zwei alte Seelen auf ihrem Weg unter einer Trauerweide am Neckar in Heidelberg, tranken roten Wein, aßen Lübecker Marzipan, daß sie zufällig dabei hatte und rauchten Zigaretten in tiefem Gespräch, unter ihren Schlafsäcken, bis in den Morgen. Die Nacht war kalt, der Morgen sehr neblig, als ein Polizeiboot direkt an meinem Nachtlager anlegte und ein freundlicher Wasserschützer meine Identität erfragte.

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Am nächsten Tag lud mich Lorenz Borsche, Vorstand der Genossenschaft eBuch bei der wir als Buchhandlung schon lange Mitglied sind, ein, einige Tage bei ihm zu wohnen. Das nahm ich sehr gerne an, um auf Boris zu warten, mit dem ich einige Zeit zusammen gehen wollte. Boris hatte ich Anfang August auf dem utopival, in Lindlar, bei Köln kennengelernt… Ich habe berichtet.
Ich holte Boris am Montag vom Heidelberger Bahnhof ab. Wir konnten noch ein paar Tage bei Lorenz in der Heidelberger Altstadt genießen bevor es weiterging.
Die Heidelberger Altstadt ist wunderschön.
Irgendwie mutet sie jedoch wie eine Puppenstube an, durch die Trauben von Japanischen Touristen brodeln. Nichts hat so recht mit etwas anderem eine Verbindung. Alles ist irgendwie unverbindlich, war mein Gefühl.
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Was ist noch passiert in Heidelberg?
Der Sonntag Abend endete in der Notfallambulanz. Dorthin würde ich von der Snoopys Frauchen Sabine gebracht. Snoopys biss mir beim Verlassen der Kneipe, ZKB (ZimmerKücheBar)in die Hand. Ich hatte unbedachterweise beim beschnuppern, die Hand nach vorne genommen, direkt an Snoopys Nase. Zusammen mit meinem schweren Rucksack, den Stöcken und dem Hut hat das wohl den armen Snoopys so erschreckt, daß er nur noch schnappen konnte. Sabine hat auf mich gewartet, bis ich verbunden und Tetanus gespritzt war. Auch die Rechnung der Behandlung hat sie liebenswerter Weise getragen. Ein schöner Abend in der Klinik wäre mit Sabine, im besten Gespräch… Und lustig wars.

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Besuch hatte ich am Montag von Andrea, einer Freundin aus alten Tagen, die jetzt in Karlsruhe lebt.
Dann besuchte ich die eBuch-Zentrale in der Falkengasse in Heidelberg.
Julian und Tommy erzählten mir beim Kaffee einiges zum aktuellen Stand des jüngsten eBuch-Projektes “Geniallokal”.

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Geniallokal ist ein gemeinsamer Shop für alle Siebenhundert Genossenschaftsbuchhandlungen und soll nach und nach auch für Nichtmitglieder und andere Handelssegmente geöffnet werden.
Ein wunderbares Beispiel von Solidarität unabhängiger, individueller, oftmals kleiner Buchhandlungen, die Branchenriesen, wie in diesem Beispiel “Amazon” ein Gewicht entgegen stellen und einen gesamt nachhaltigeren Weg gehen. Leider ist es wie alle Systeme innerhalb des wirkenden Wirtschafts- und Gesellschaftssystems eher begrenzt durch die sehr ins System eingebundenen Mitglieder.
Alleine der Vorstand und ein nicht unbeachtlicher Teil der Mitglieder bringen die Entwicklung rasant in Gang.

https://www.genialokal.de/

Dann kam Boris…

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Wir haben uns vom ersten Moment an gut verstanden.
Er hat gleich die alte Heidelberger Brücke im Herbst Ansichtskartentauglich abgelichtet.

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Abschied am Donnerstag von Lorenz und Heidelberg. Es war schön bei und mit Euch! Die Gespräche habe ich sehr genossen. Lorenz ist ein Visionär mit anderem Blick. Einer, für den kaum etwas unmöglich scheint.

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Und ich hab meinen Hut in Heidelberg vergessen. Glücklicherweise war es nicht das Herz, das ich in Heidelberg verloren habe….

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