Tag 21 bis 27 – Zen und Sonnenschein

Tag 21 bis 27

Ich sitze nun im Garten von Regine und Peter-Walter, meinen Gastgebern, in einer lauen, leicht sommerwindigen Nacht, am frühen Morgen des 28. Tages meines Laufes. Ich habe heute geschrieben, gesungen, gefilmt, gefotot, gefühlt und gespült. Ich bin herumspaziert, habe Blumen gegossen, Beeren gegessen und vermisst…..
Hier hat alles seinen Raum.
Ich war hier schon 1986 einmal, bin aber heute erstaunt darüber, wie sich hier alles verändert hat.

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Der Lebensgarten in Steyerberg entstand vor 30 Jahren auf dem Gelände einer Wohnsiedlung für Arbeiter einer Pulverfrabrik. Die Fabrik befand sich in einem riesigen angrenzenden und abgegrenzten Waldstück und war schon in der zweiten Hälfte der Dreißiger Jahre für einen Eroberungskrieg ausgelegt. Nach damals modernsten Maßstäben gebaut, lagen Grosse Teile der Anlage unterirdisch. So hatte diese Fabrik zum Beispiel, Technisch ausgeklügelt, einfahrbare Schornsteine….
Für Kriegszeiten konzipiert ist die angrenzende Siedlung eher zum Gegenteil dessen geworden, wofür sie einst gedient hat; ein Ort des Friedens. Die Intention der Gründer, eine Transformation des Ortes herbeizuwirken, ist in den Jahren hier lebendig und kreativ umgesetzt worden.

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Es liegt nicht sehr weit entfernt vom kleinen Paradies.
Über 100 Menschen leben hier zusammen auf einem Traumhaften Flecken in waldreicher Natur.
Im Laufe der Jahre ist aus dem Projekt eine Gemeinschaft gewachsen, mit ökologischer und spiritueller Ausrichtung.
Ich möchte hier gerade garnicht weg.
Peter-Walter war der Erste, dem ich bei meiner Ankunft begegnet bin.
Nach einem kurzen Ankunfts-verweilen luden mich er und seine Frau Regine in ihr Haus ein. Dieses große Vertrauen genieße ich sehr bewußt
und nicht selbstverständlich. Überhaupt finde ich hier tiefes Vertrauen und eine Wohltuende Ruhe.
Als ich ankam spielte jemand sehr schön Gitarre auf dem Dorfplatz in der Mitte des Lebensgartens, mitten im Herzen der Siedlung, einige sangen und ein junger Mann jonglierte mit 7 oder sogar 9 Bällen, seine kleinen Kinder spielten mit anderen ihre Spiele, einer übte in Windeln gerade den aufrechten Gang.

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Vom ersten Moment hier war ich ziemlich berührt.
Hier gibt es einiges für mich zu sehen und zu lernen.
Ein sehr vielschichtiges Projekt.

Pals Acker ist ein schätzungsweise 3 ha Grosser Permakultureller Garten in dem einige Menschen arbeiten. Mehrere Kleine Hütten und größere Schuppen, ein überdachter Platz Gewächshäuser, Jurte und Tipi wurden aufgebaut. Im Tipi finden Veranstaltungen im Kräutergarten statt. Annette gibt hier ihre profunde Kenntnisse an Interessierte weiter. In diesem Garten wächst Friede aus jeder Rabatte.
… Permakultur! Wunderbar!

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Ernährung ist ein tragendes Thema bei den Lebensgärtnern. Nicht nur die Qualität und Reinheit, auch die Bereitstellung. So wird von Allen gemeinsam der kleine Laden geführt, der nicht gewinnorientiert funktioniert, sondern auf FoodCoop-Basis genutzt wird.
Ebenso das kleine Kneipen-Cafe’, das Ehrenamtlich am Mittwoch Abend, nach der Vollversammlung und am Wochenende geöffnet hat.
Auf der Rückseite des grossen Dorfhauses, befinden sich das Heilhaus, in dem verschiedene Möglichkeiten der Heilung zu finden sind und die Carsharing-Station und die erste Niedersächsische Elektromobil-Tankstelle.
Die Atmosphäre ist bejahend Zukunftsorientiert und sehr offen.

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Pals Acker und die Siedlung sind auf ganzer Länge verbunden durch eine Strasse, die laut eines Geomanten in südlicher Richtung absolut genau auf die Externsteine zeigt und in Nördlicher Richtung zu einem, einige Kilometer entfernten Friedhof führt. Dort sind ehemalige Bewohner aus eben jener Zeit bestattet. Diese Strasse liegt genau auf einer Kraftlinie, wie sie über die ganze Welt verteilt sind. Geomanten können viel darüber berichten! Gerade Die Nazis waren sehr darauf bedacht, ihre wichtigen Schaltstellen, ihre Gebäude und Vernichtungslager auf solchen Kraftpunkten zu errichten, um so die dort herrschende (In diesem Fall….Drachenenergie) für Ihre Zwecke zu nutzen.

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In Nördlicher Richtung am Rande des Dorfes, wird diese Strasse zum Feldweg, auf dem man an einem kleinen Wäldchen an die Pferdewiesen kommt, wo zur Zeit vier Pferde zu Hause sind. Neben einigen Katzen und wenigen Hunden, sind diese Pferde wohl die einzigen Vierbeiner hier im Dorf.

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Am Tag meines Ankommens im Lebensgarten, folgte ich dem Weg weiter in den Wald hinein und stand irgendwann vor einer Holzpforte inmitten der Forst.

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Dahinter zeigte sich ein schöner Permakultureller Zen Garten, in dem gerade ein Zen Kloster entsteht. Eine junge Frau, die ich dort traf und deren Namen ich nicht weiß, führte mich ein wenig herum und zeigte mir einiges. Das Kloster ist ein großer Holzbau und sehr schön innen.

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Auf einem WandelGang, der um und durch das Kloster läuft, bekam ich eine kleine Einführung in das langsame Gehen und Atmen in den Bauch, das ich seither versuche. Und es gelingt schon besser und tut mir gut.
Ich danke Dir und habe, wie Du gesagt hast, schon jetzt das Gefühl, daß es mir unterwegs gut nutzen wird.

So, ihr Lieben, ich bemühe mich in nächster Zeit in kürzeren Abständen zu berichten. Sollte ich noch ein oder zwei Tage bleiben, was sich in der Hitze der nächsten Tage durchaus anbietet, gibt es noch mehr zu berichten, aus dem Lebensgarten. Zum Beispiel vom Peace-lab. Aber das morgen……
Ich wünsche Euch nicht zu heiße Nächte.
Trinkt viel!
Euer Jens,
Lebensläufer im Lebensgarten

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LINKS wird es in den nächsten Tagen auch zu allen Themen geben…..
Ich nehme noch Anlauf. Dinge entwickeln sich in ihrer jeweiligen eigenen Geschwindigkeit.
Danke