Tag 56 bis 59 – Bienenstich und Brückenbau

Tag 56 bis 59 Halver/Kreuzberg bis Lindlar
30.7. Bis 2.8.

Am Donnerstag, dem 56.Tag meiner Reise, verließ ich die Epscheider Mühle in Richtung Lindlar. Meine Wanderung führte anfänglich durch landschaftlich schönes Gebiet, Wiesen am Hang und bergige Wälder.Ich erreichte gegen Abend Kreuzberg, einen kleinen Ort. An einer Kneipe, vor dessen Eingangsbereich sich einige Menschen zum Rauchen versammelt hatten, machte ich Pause auf einer Bank. Ich würde auch sofort angesprochen und nach meiner Wanderung gefragt. Mein Schild am Rucksack läßt sehr schnell Gespräche entstehen. Rainer lud mich zu einem Kölsch in der “Penne”, der örtlichen Kneipe ein, und beschloß schnell, mir einen Schlafplatz auf dem Sofa seines Wintergartens anzubieten.

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Ein Segen. Auch hier war ich an Morgen alleine, weil er und seine Partnerin Angelika arbeiten mußten. Ich bekomme unglaublich viel Vertrauen von den Menschen. Das macht mich sehr dankbar.
Ich bin dann am späten Freitag Vormittag nach Wipperfürth gegangen, wo ich mit einem Freund zum Mittagessen verabredet war. Heiko betreut die Warenwirtschaft der Buchhandlung, die ich 16 Jahre betrieben habe.
Ein tolles Treffen, ein superleckeres Bratkartoffel Essen, dazu noch ein Kölsch, das ich am Abend vorher zum ersten mal genießen durfte.
Eine Biene, die es genauso lecker fand wie ich, habe ich nicht gesehen. Die Folge war eine Lippe, wie aufgespritzt.

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Ich machte mich dann Nachmittags auf den Weg, Richtung utopival, wieder durch Wälder und schönste Landschaft.
Den Findhof erreichte ich dann schließlich gegen Abend und wurde von ca. 10 Jungen Menschen, den Organisatoren des Mitmachkongreßes, die gerade beim Abendessen saßen, begrüßt.
Alle legen Wert darauf, beim utopival von einem MITMACH-Kongreß zu sprechen, denn die Menschen, die hier zusammen kommen, sind nicht Konsumenten und Teilnehmer.
Jeder hier gibt seine Talente, seine Kraft für die Gruppe, nicht nur als Teilnehmer, sondern in erster Linie als Teilgeber.
Ich spüre hier deutlich, wie schwer es mir fällt, mit meiner Vergangenheit als Unternehmer, Chef und Einzelkämpfer, Teil einer Gemeinschaft zu werden. Wenn es aber dann gelingt und ich einen Platz zum Mitwirken finde, ist es ein erfüllendes Gefühl und stärkt ungemein.

Nach der Wanderung tat das Abendessen ungemein gut und ich konnte anschließen das, mir wundervoller Weise angebotene Zelt aufschlagen und mich auf die Tage dieser Veranstaltung freuen.

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Am Samstag und Sonntag wurden Komposttoiletten, Außenduschen und eine Brücke gebaut. Ungefähr 20 Organisatoren und Helfer errichteten Zelte und Pavillons, eine Außenküche, schleppten Lebensmittel, bereiteten die Seminarräume vor, erstellten Pläne, dekorierten, schippelten, kochten…. Eine Badestelle am Bach entstand und ein Raum der Ruhe, mit Heu gepolstert und mit Decken belegt.
Ein lebendiges, frohes und sehr achtsames Treiben, in liebevoller Umgebung.

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………Bis am Montag dann die Einhundert Menschen eintreffen konnten, die aus vielen Hundert Bewerbungen ausgelost wurden.